Enrico Lehnemann und Dr. Dirk Frenzel informierten über 110-KV-Leitungs-Projekt

Neue BI fordert Erdkabel

leh Beetzendorf. Seit Dienstagabend gibt es eine weitere Bürgerinitiative (BI) im Altmarkkreis. Im Beetzendorfer Beverhotel gründeten Dr. Dirk Frenzel (Käcklitz) und Enrico Lehnemann (Groß Gischau) gemeinsam mit 22 Bürgern die BI „Pro Erdkabel“.

Ziel der neu gegründeten BI, die sich am 5. April an gleicher Stelle ab 18. 30 Uhr zu ihrer ersten Beratung trifft, ist die komplette Verlegung der geplanten 110-KV-Hochspannungsfreileitung von Tylsen nach Kunrau in der Erde. Das Energieunternehmen Avacon plant hingegen eine 110-KV-Hochspannungsfreileitung zwischen den beiden Orten. „Die Hochspannungsleitung beeinträchtigt erheblich die Lebensqualität der Menschen in der Region. Zudem verändert die Stromleitung den natürlichen Lebensraum in diesem Bereich“, betonte Dr. Dirk Frenzel zu Beginn der Zusammenkunft.

Die beiden BI-Initiatoren Frenzel und Lehnemann stellten den knapp 60 Anwesenden das Projekt 110-KV-Leitung von Tylsen nach Kunrau vor. Wie Enrico Lehnemann die Anwesenden informierte, soll die Hochspannungsfreileitung den nicht abgenommenen Strom der Windkraftanlagen der Region aufnehmen und einen Ringschluss für mehr Sicherheit bei der Stromversorgung in Salzwedel bringen. „Die Leitung ist keine Versorgungsleitung, sondern eine Entsorgungsleitung. Die Region hat nichts vom Strom“, stellte Enrico Lehnemann klar und bezog sich auf Aussagen der Avacon, die sie während der jüngsten Informationsveranstaltung in Kunrau tätigte. Wie er ergänzte, wird die Leitung so dimensioniert, dass noch weitere Leitungen im Nachgang angeschlossen werden können. Die insgesamt 34 Kilometer lange Stromtrasse, an der alle 300 Meter Stahlmasten stehen sollen, verläuft vom Umspannwerk Kunrau über Immekath, Jeeben, Beetzendorf, Käcklitz, Siedengrieben, Leetze, Siedenlangenbeck nach Tylsen. Wie Frenzel in Anwesenheit von Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels, Winterfelds Dorfchef Harald Josten und Beetzendorfs Ortsbürgermeister Lothar Köppe ausführte, werden Bäume oder Waldbereiche im Zuge des Neubaus kaum abgeholzt.

Dr. Frenzel stellte auch das Für und Wider von Erd- und Freileitungen gegenüber. Der Grund für den Bau der 110-KV-Hochspannungsfreilandleitung sind nach Auskunft der Avacon die Kosten. Denn die Verlegung der Kabel in die Erde beziffert das Unternehmen aus eigener Erfahrung drei- bis viermal höher als den Bau der Freilandleitung. Zudem sind die Reparatur- und Ausfallzeiten bei Freileitungen wesentlich geringer als bei Erdkabeln und würden längere Stromsperren verursachen. Darüber hinaus ist bei der Erdkabelverlegung eine erhebliche Bodenbewegung nötig, die eine nicht unerhebliche Auswirkung auf die Bodenfeuchte und das Bodengefüge mit sich bringen würde. Freileitungen, so Frenzel weiter, sorgen hingegen für eine Kollisionsgefahr mit Vögeln. Jährlich sterben deutschlandweit zirka 2,8 Millionen Vögel, so Frenzel. Nach den gegenwärtigen Planungen des Energieunternehmens soll der Baubeginn für die neue Stromtrasse im September 2018 erfolgen und etwa 18 Monate in Anspruch nehmen.

Laut Avacon-Pressesprecherin Corinna Hinkel möchte sich das Unternehmen zu dem geplanten Vorhaben am Montag, 10. April ab 18.30 Uhr im Beetzendorfer Beverhotel gegenüber der Öffentlichkeit ausführlich zu dem Sachverhalt äußern.

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