Laufvögel weiter in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf unterwegs

Fast auf der Terrasse: Nandus bei Hohengrieben gesichtet

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Die Nandus sind in Hohengrieben angekommen. Gerhard Schulz überraschte einen der Laufvögel vor seiner Terrasse und zückte geistesgegenwärtig sein Handy für diese Schnappschüsse. Die Verbandsgemeinde will versuchen, die Tiere einzufangen.

Hohengrieben. Eine außergewöhnliche Begegnung erlebte jüngst Dr. Gerhard Schulz aus Hohengrieben – denn plötzlich stand ein Nandu vor seiner Terrasse. Geistesgegenwärtig drückte der Hohengriebener auf den Auslöser der Handykamera. Und schaute sich in aller Ruhe an, wie der Laufvogel hier und da im Feld herumstakste.

Schon vor einigen Wochen sorgten drei Nandus für ungläubiges Staunen in der Nähe von Kuhfelde (wir berichteten). Ein Nandu wurde kurze Zeit später in Salzwedel eingefangen und wird nunvom Straußenexperten Jost Fischer umsorgt. Die anderen beiden Laufvögel verschwanden von der Bildfläche. Bis jetzt.

Wie es nun weitergehen soll, steht noch zur Debatte. „Das ist eine außergewöhnliche Situation in der Verbandsgemeinde“, so Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Denn die Nandus stehen nicht im Jagdgesetz, dürfen also nicht abgeschossen werden. Einen Laufvogel einzufangen, ist aber auch ein Glücksspiel.

Freilebende Nandus in Mecklenburg-Vorpommern.

An der Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schlewsig-Holstein leben seit einigen Jahren Nandus. Die Laufvögel brachen zwischen 1999 und 2001 aus einem Gehege bei Lübeck aus und haben sich seit dem vermehrt. Rund 220 Tiere sollen laut der letzten Zählung dort heimisch sein. Nun soll es der einzig frei lebenden Population in Europa aber an den Kragen gehen, wie es aus dem Schweriner Agrarministerium hieß. Denn die Nandus, so beklagen es die ortsansässigen Landwirte, fressen im großen Stile die Raps- und Zuckerrübenblätter und sorgen damit für finanzielle Einbußen. Ein Eingrenzen der Population kann über das Einsammeln von Eiern oder durch einen begrenzten Abschuss erfolgen.

In der Verbandsgemeinde steht nun die Debatte an, die Bevölkerung mit einzubeziehen. Sprich, wann immer ein Nandu gesichtet wird, soll das Ordnungsamt informiert werden, damit die Laufvögel möglichst schnell eingefangen werden können. Kein leichtes Unterfangen, denn die flinken Tiere können am Tag rund 30 Kilometer zurücklegen.

Von Katja Lüdemann

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