30 Jahre Kameradschaft

Nachbarn: Feuerwehren aus Diesdorf und Wittingen pflegen Freundschaft

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Freundschaft unter Kameraden: Wittingens Ortsbrandmeister Torsten Bötticher (links) mit Diesdorfs Wehrleiter Mario Meier.

Waddekath – Im Abstand von zehn Jahren kommen sie als Nachbarn, Freunde und Brandbekämpfer am Ort des historischen Geschehens zusammen: Die Feuerwehren aus Diesdorf und Wittingen trafen sich am Silvestertag aus Anlass des runden Jubiläums also erneut an der Grenze zwischen Rade und Waddekath.

Das Posieren direkt an dem verbliebenen Mauerrest unweit des Kirchsteiges zwischen den beiden Orten gehört bei dem traditionellen Treffen ebenso dazu, wie ein kleiner Umtrunk mit Imbiss unmittelbar neben der Waddekather Kirche.

30 Jahre Kameradschaft – darauf blickten auch am letzten Tag des Jahres 2019 Diesdorfs Wehrleiter Mario Meier und Wittingens Ortsbrandmeister Torsten Bötticher zurück. Beim Imbiss machte eine kleine Chronik-Mappe die Runde, welche an die Ursprünge der nunmehr drei Jahrzehnte währenden Freundschaft zwischen Ost und West erinnert. Seinerzeit hatte der Bornsener Reporter Jürgen Kayser für das Isenhagener Kreisblatt vom Entstehen der Feuerwehr-Partnerschaft berichtet. Fotos und Bericht wurden auch diesmal in Waddekath herumgereicht, und die Kameraden schwelgten in Erinnerungen: Am Silvestertag 1989 öffnete sich die Grenze nach Niedersachsen für Fußgänger für zunächst genau 34 Stunden.

Wie sich viele Wittinger noch genau erinnern, feierten die Nachbarn aus Niedersachsen damals vor 30 Jahren am letzten Tag des Jahres bei einem Kameraden Geburtstag, als plötzlich Wittingens Stadtdirektor Johannes Plumeyer anrief und sagte: „Ihr müsst mal zur Grenze nach Waddekath fahren, ich glaube, die wird gerade aufgemacht.“ Gesagt, getan, und an jenem Tag vor drei Jahrzehnten wurden in Waddekath die ersten Kontakte geknüpft. Diese Feuerwehr-Partnerschaft hält bis heute, die Aktiven besuchen sich unter anderem bei Jubiläen wie dem jüngsten 110. Diesdorfer Feuerwehrgeburtstag und natürlich zu den jährlichen Jahreshauptversammlungen.

Christopher Brauer war damals beim Mauerfall ganze sechs Jahre alt, als er an der Hand seiner Mutter die Erlebnisse der Maueröffnung live miterlebte. Heute ist Brauer stellvertretender Diesdorfer Wehrleiter. Anfang Dezember 1989 wagten sich die ersten neugierigen Bürger an die Mauer, wenig später verschwand der Aussichtsturm. Am Silvestertag 1989 wurde gegen 13.30 Uhr der Fußweg von Ost nach West fertiggestellt. Ab 14.20 Uhr durften die Passanten dann unter Aufsicht der Grenztruppen den ehemaligen „Eisernen Vorhang“ in Waddekath durchschreiten.

VON KAI ZUBER

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