„Muss erst noch mehr passieren?“

Elektro-Fahrrad von Tekla Peter wurde durch marode Kreisstraße beschädigt

+
Tekla Peter aus Eickhorst an der Stelle, an der sie am 20. Dezember mit ihrem Elektrofahrrad durch Schlaglöcher auf der Kreisstraße fuhr. Das Hinterrad des Rades ging dadurch kaputt (im Bild ein anderes Rad).

Eickhorst – An den 20. Dezember 2019 erinnert sich Tekla Peter nur ungern zurück. An diesem Tag war sie gegen 18 Uhr mit ihrem Elektro-Fahrrad auf dem Rückweg von Dähre zu ihrem Wohnort Eickhorst. Es war also schon dunkel und die Straße nass vom Regen.

Schlaglöcher befinden sich am Straßenrand.

Kurz vor ihrem Zuhause sei ihr ein Auto entgegengekommen und habe sie geblendet. „Ich wusste, ich kann auf der Straße nicht viel ausweichen und blieb auf meiner Seite, doch im Gegenlicht sah ich nicht die Schlaglöcher und bin mit dem Rad durchgefahren“, blickt Tekla Peter zurück. Nur mit Mühe habe sie einen Sturz vermeiden können. „Aber mein Fahrrad war natürlich kaputt. “ Das Hinterrad sei sehr stark ausgeschlagen und müsse komplett ausgetauscht werden. „Das Rad steht zurzeit in einer Werkstatt in Wittingen. Ein neues Hinterrad ist schon bestellt“, sagt Peter. Die Reparatur werde zwischen 300 und 400 Euro kosten.

„Das Fahrrad habe ich mir vom Munde abgespart. Ein neues kann ich mir nicht leisten“, erklärt sie. Da sie keinen Führerschein besitze, sei sie auf das E-Bike auch angewiesen, denn damit fahre sie täglich zum Einkaufen oder zu Kunden, wo sie als Reinigungskraft arbeite.

Sie habe einen Kostenanspruch gegenüber der Gemeinde Dähre geltend gemacht, sei vom Bürgermeister Bernd Hane aber an den Altmarkkreis Salzwedel verwiesen worden, da es sich um eine Kreisstraße handelt. „An den Kreis habe ich mich schon gewandt, ich soll meine Forderungen stellen“, erklärt Peter.

Besonders verärgert aber ist sie wegen des schlechten Straßenzustandes kurz nach dem Eickhorster Ortseingang. „Muss denn erst noch mehr passieren?“, fragt sie. Und klagt: „Leider werden die Ortsdurchfahrten beim Neubau immer vergessen.“

Zumindest wird Tekla Peter wohl auf den Kosten für die Radreparatur nicht sitzen bleiben: „Der Altmarkkreis Salzwedel ist versichert über den Kommunalen Schadenausgleich der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, dieser wird die Bearbeitung des Schadens übernehmen“, teilte Pressesprecherin Ivonne Ritter-Findeisen auf AZ-Anfrage mit. Was den Zustand der Straße angeht, schreibt sie: „Die Gefahrenstellen wurden durch die Kreisstraßenmeisterei am 9. Januar 2020 beseitigt.“ Weitere Ausbesserungsarbeiten würden „im Zuge der Unterhaltung durch die Kreisstraßenmeisterei durchgeführt, wenn die Witterungslage es zulässt“. Der Straßenausbau in der Ortslage könne nur als Gemeinschaftsmaßnahme mit der Gemeinde Eickhorst erfolgen, „sie ist Baulastträger für die Nebenanlagen“, informierte Ritter-Findeisen.

VON CHRISTIAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare