Wallstawer Mehrgenerationenhaus: Entscheidung fällt Mitte Januar im Verbandsgemeinderat

„Müssen den Standort stärken“

Für die Knirpse der Wallstawer Kindertagesstätte wurde das Projekt des so genannten Mehrgenerationenhauses entwickelt. Die Idee findet viel Zuspruch, doch über die hohen Kosten wird kontrovers diskutiert. Foto: Zuber

Wallstawe. Keine Frage: Die alten Räume der Kindertagesstätte Wallstawe sind sanierungsbedürftig.

Für rund 1,5 Millionen Euro, so lautete die zuerst genannte Kostensumme, soll im Rahmen des Projektes „Kita-Mobil“ ein Mehrgenerationenhaus am Standort der alten Schule gebaut werden. Die Förderhöchstsumme über das Leader-Programm beträgt jedoch nur 350 000 Euro. Das verschlug nicht wenigen Mitgliedern des Rates der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf zunächst die Sprache.

Die Kommunen im Umfeld kämpfen finanziell gesehen ums blanke Überleben. In nicht wenigen Haushalten klaffen bereits jetzt Lücken, weil die hohen Verwaltungskosten nahezu jede größere Investitionstätigkeit lähmen. Außerdem sinken Jahr für Jahr die Zuwendungen des Landes mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks. „Ich glaube kaum, dass wir uns in diesen Zeiten ein Projekt von solchem Ausmaß leisten können“, mahnte Dähres Ortschef Harald Heuer (CDU). Nicht wenige seiner Fraktions- und Amtskollegen stimmen ihm zu. Sie fragen sich vor allem eines: „Wie soll der Rest der Kosten in Höhe von rund 1,15 Millionen Euro finanziert werden?“

Diese Frage versucht Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann zu beantworten: „Die zuerst genannte Bausumme hat sich mittlerweile relativiert und war nur Teil der groben Planung. Wir haben außerdem einen guten Platz auf der Leader-Förderliste der lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Mittlere Altmark“, so die VG-Bürgermeisterin. Die Entscheidung zu dem Projekt fällt im Rat der Verbandsgemeinde Mitte Januar: „Wir haben bis Ende Januar Zeit, einen entsprechenden Fördermittelantrag für Leader zu stellen. Es geht darum, den Kita-Standort Wallstawe zu stärken und eine Perspektive zum demografischen Wandel zu bieten“, wirbt Lüdemann für das ehrgeizige Vorhaben.

In den kommenden Tagen gelte es, das Projekt im Detail vorzustellen, so Christiane Lüdemann weiter. Doch das K.o.-Argument mit den hohen Baukosten wirkt bereits: Zu tief sitzt bei einigen Bürgermeistern der VG noch der Schock mit den ausgeuferten Kosten beim teuren Kita-Umbau in Apenburg. Diese „Misere“, so verlautete es hinter vorgehaltener Hand, solle „nicht noch einmal passieren“.

Hinzu kommt noch das nach wie vor umstrittene Projekt des Umbaus im Beetzendorfer Verwaltungssitz der VG (wir berichteten). Rückendeckung bekommt die VG-Bürgermeisterin ausgerechnet von Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß (SPD): „Wir müssen bei dem Mehrgenerationenhaus auf jeden Fall mehrere Fördertöpfe anzapfen. Auch zeitlich soll das Vorhaben deshalb über eine längere Schiene laufen“, so Kloß. Doch auch er gab offen zu: „Mit einer Bausumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro habe ich Bauchschmerzen.“

Letztlich geht es Christiane Lüdemann beim Leader-Projekt zunächst erst einmal darum, den Fuß in der Tür zu haben. Denn: Niemand bezweifelt, dass in den kommenden Jahren ohnehin Geld in die Kita Wallstawe investiert werden muss.

Der Standort der ehemaligen Schule wäre nahezu ideal: ebenerdig, behindertengerecht und nahe der Sporthalle. Zudem könnte ein Neubau eben auch als „Mehrgenerationenhaus“ von Sportgruppen, Vereine und Rentner genutzt werden.

Von Kai Zuber

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