Kunst in Dahrendorf

Müll, wohin das Auge schaut – Alte Grenzkaserne in Bonese inzwischen ein Müllplatz

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Die alte Grenzkaserne bei Bonese. Selbst am Eingang, nur wenige Schritte von der Straße nach Schmölau entfernt, haben Umweltfrevler schon jede Menge Müll hinterlassen.

Dähre – Wir schreiben das Jahr 2019, das Ende der DDR liegt inzwischen 30 Jahre zurück. Trotzdem existieren Gebäude, die auch heute noch so aussehen wie damals – oder schlimmer, weil sie leer stehen und zusehends verfallen.

Unrat, wohin das Auge schaut: Das ehemalige Kasernengelände bei Bonese ist ein großer Müllplatz geworden.

An der heutigen Landesstraße 7 von Bonese nach Schmölau liegt die ehemalige Kaserne vom 2. Grenzbataillons des Grenzregiments 24 „Fritz Heckert“. Das alte Gebäude ist dem Verfalls preisgegeben. Die Fensterscheiben sind eingeschlagen oder fehlen vollständig. Lediglich das Dach hinterlässt – zumindest vom Boden aus – noch einen intakten Eindruck. Das weitläufige Gelände gleicht allerdings einer großen Müllkippe. Unrat, wohin das Auge schaut. Selbst am Eingang, direkt neben der Straße, haben Umweltfrevler schon ihren Müll abgekippt.

Noch wie zu DDR-Zeiten: Ein Stacheldrahtzaun umgibt die ehemalige Grenzkaserne in Dahrendorf.

„Das ist verheerend“, räumt Dähres Bürgermeister Bernd Hane ein. „Aber wir haben dort keine Handhabe, da das Objekt einem privaten Eigentümer gehört.“ Und sein eigenes Grundstück dürfe jeder so vermüllen, wie er es für richtig halte. Erst wenn eine öffentliche Gefahr bestehe, könne die Gemeinde eingreifen. Zum Beispiel, wenn spielenden Kindern etwas auf den Kopf fallen könnte.

Vermüllt ist das Gelände der alten Grenzkaserne in Dahrendorf zwar nicht, aber in die heutige Zeit passt der graue Betonklotz nicht mehr. Noch immer ist das Objekt von einem Stacheldrahtzaun umgeben – wie zu DDR-Zeiten. „Atelier für Kunst und Design“ steht auf einem Schild am Zaun, darunter eine Handynummer.

Am Telefon meldet sich Joody, ein Künstler aus Hamburg. Der Möbeldesigner nutze die untere Etage der alten Grenzkaserne als Atelier. „Ich restauriere Bauhaus-Leuchten“, sagte Joody. Er brauche den Platz und der sei in Dahrendorf vorhanden. Auch andere Künstler nutzten die ehemalige Kaserne als Lagerräume. Und einmal im Jahr werde das Objekt zum Ausstellungsort, innerhalb des Kunstfestivals „Wagen und Winnen“. Was man aus alten Kasernen noch machen kann, ist in einem Ortsteil von Arendsee zu sehen. Dort entstand das Pferde- und Freizeitparadies Ziemendorf.

VON CHRISTIAN REUTER

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