Wild wird beunruhigt: Pächter und Jagdgenossenschaft appellieren

Motocross im Revier

Das scheue Damwild ist im Revier Dahrendorf besonders von Beunruhigungen durch Motocrosser betroffen. Jagdpächter und Jagdgenossenschaft appellieren an die Biker.

Dahrendorf. Der Dahrendorfer Jagdpächter Klaus Häufle richtet einen gut gemeinten Aufruf an alle Motocross-Fahrer, die sich gern in der freien Natur bewegen: Häufle möchte, dass sich diese Motorradfahrer auf öffentlichen Wegen aufhalten. „Unser Wild hat Stress genug.

Wenn die Motocrosser auch noch quer durch die Wälder und Felder fahren, werden sie zusätzlich beunruhigt“, so Häufle in seinem Appell.

Besonders betroffen von den Störungen sind das stressanfällige Reh- und das scheue Damwild im Revier Dahrendorf. „Im Winter ist jede Flucht für die Tiere eine zusätzliche Belastung. Aber auch während der Setzzeit im Frühjahr sollten Störungen in Wald und Flur möglichst vermieden werden“, betont der Pächter.

Klaus Häufle stammt aus Kappeln bei Schleswig. Er ist seit vielen Jahren Pächter in Dahrendorf. „Die Biker sollten einfach mehr Rücksicht nehmen“, appelliert auch Eckhardt Wernecke. Der 61-jährige Dahrendorfer ist Vorsitzender der örtlichen Jagdgenossenschaft. „Wir beobachten regelmäßig solche Motocrosser in unserem Revier und möchten keinen Ärger – daher zunächst ein freundlicher Appell an die Vernunft“, so Wernecke.

Vor der Wende war Dahrendorf Grenzregion. Erst nach 1989 begann es rings um den Ort etwas quirliger zu werden. Auch die Feld- und Waldwege werden seit der Grenzöffnung reger denn je genutzt: durch Radler, Reiter, Wanderer, Land- und Forstwirte sowie Hundefreunde. Jagdpächter Klaus Häufle betreut sein rund 680 Hektar großes Dahrendorfer Revier seit nunmehr 20 Jahren. „Er hat sich hier gut eingelebt und verdient unser Vertrauen und unseren Respekt“, lobt Wernecke den Mann aus Schleswig-Holstein. Fünf Begehungsscheine wurden ausgestellt. Gut klappt laut dem Dahrendorfer auch die Zusammenarbeit mit der örtlichen Agrargenossenschaft Bonese. Auch die Ergebnisse während der jüngsten Drückjagd gemeinsam mitNachbarrevieren kann sich sehen lassen. Erlegt wurden 37 Stücke Schwarz-, acht Stück Damwild und neun Rehe.

Von Kai Zuber

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