Lüdelsener Angler wollen 2018 endlich erfolgreich nach dem Tier fischen / Existenz hinterfragt

Monsterwels soll an den Haken

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Die Idylle am Lüdelsener See ist ein Eldorado für Angler. Im hinteren Bereich gibt es viele Schilf-Nischen für geschützte Tiere.

Lüdelsen. Es ist eine Idee, die alle Petrijünger anspornt und zugleich die besten Angler und ihre Erfolgsfänge ehrt. Die Rede ist von der langen Ehrengalerie an der Lüdelsener Anglerhütte am See.

Heiko Göbel

Die Hobby-Fischer um Lüdelsens Angelvereinschef Klaus-Peter Schweigel suchen für ihre beeindruckende Wand ein neues Trophäen-Foto. Mit vereinten Kräften soll es der Fisch-Legende endlich an den Kragen gehen. Denn: 2018 soll der Lüdelsener Monsterwels aus dem See gefischt werden. „Das muss uns einfach gelingen, denn der Riesenwels muss dringend weg, weil wir sonst mit unserem kleineren Fischbesatz keinen Erfolg haben“, so Schweigel.

Die Ehrengalerie mit Fotos kapitaler Schuppentiere in der Lüdelsener Fischerhütte ist lang. 2018 soll sie mit einem Bild vom Monsterwels samt seinem Angler auf den neuesten Stand gebracht werden.

Der Räuber hat einen schier unbändigen Hunger entwickelt. Alle kleineren Arten im See haben praktisch das Nachsehen. Dabei hat der See seit Jahren prächtige Fische hervor gebracht, die den Petrijüngern nach und nach an den Haken gingen. Darunter ist ein von Heiner Kamieth aus Jübar gefangener Marmorkarpfen von 92 Zentimetern Länge und fast elf Kilogramm Gewicht. Im November 2012 wurde ein Hecht gekeschert, der 109 Zentimeter maß und 10,8 Kilogramm wog. Ein anderer Angler hatte Glück mit einem 103 Zentimeter großen Fisch, der 19,5 Kilogramm auf die Waage brachte. Im Juni 2011 erreichte ein im Lüdelsener See gefangener Fisch gar ein Gewicht von 21,5 Kilogramm.

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„An diese Erfolge wollen wir anknüpfen. Alle Angler sind aufgerufen, ihre Ruten auf den Wels auszuwerfen. Angler, die es erst meinen, bekommen unsere volle Unterstützung“, betonte Schweigel im Gespräch mit dem IK. Doch nicht alle glauben indes an die Existenz des Riesenwelses: Der Diesdorfer Chefangler Heiko Göbel und Lüdelsens Senior-Pastor Hartmut Förster meinen: „Den Monsterfisch gibt es doch gar nicht!“

Aber die Beweise und Argumente, die Schweigel nennt, untermauern diese Vermutung in keinster Weise. „Wir hatten den Wels geortet und er war auch schon wiederholte Male am Haken – aber leider immer an dem falschen“, so der Lüdelsener.

Verschiedene Szenarien wurden schon erdacht, um dem Riesenwels jenseits der Angelei habhaft zu werden. Doch die Sicht für Taucher im See ist gleich null und für das Durchziehen eines Schleppnetzes ist das Gewässer zu uneben, verkrautet und mit dicken Ästen durchsetzt.

Das Wasser abzulassen, das ist ebenfalls keine Option. „Früher gab es mal zu DDR-Zeiten einen Versuch, den See mit einem 30 mal drei Meter großen Netz abzufischen. Aber dieser Versuch ist wegen Ästen und Bäumen im See gescheitert“, weiß Klaus-Peter Schweigel zu berichten.

Mittlerweile ist der Lüdelsener Monsterwels deutschlandweit berühmt. MDR und ZDF berichteten ebenso wie der Focus und das Angler-Fachjournal Blinker. Auch bei AZ-Online, der Webseite des IKs, führen Artikel über den 70-Kilo-Wels die „Klickliste“ an. „Im nächsten Jahr muss er endlich an den Haken. Wir werden alles daran setzen, ihn zu überlisten“, so Schweigel.

Von Kai Zuber

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