Nächtliches Treiben an den Teichen und Tümpeln in Poppau und Sieben Linden

Molchen und Fröschen auf der Spur

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Am kleinen Folienteich im Ökodorf Sieben Linden gingen die Gewässerkundler am Freitagabend auf Exkursion. Nabu und Urania hatten Interessierte dazu eingeladen. Ralf Knapp (Mitte) führte die Gruppe.

Poppau / Sieben Linden. Molchen, Kröten, Fledermäusen, Gelbrandkäfern und Fröschen waren bei der Tümpeltour am Freitagabend die Gäste der Gemeinschaftsaktion von Urania, Naturschutzbund Nabu und Ökodorf auf der Spur.

Der männliche Kammmolch zählt zu den beeindruckendsten heimischen Süßwassertieren überhaupt. Hier zeigt Ralf Knapp den kleinen Tümpel-Bewohner unter dem hellen LED-Licht.

Beobachtungen des nächtlichen Treibens an den Teichen und Tümpeln in Poppau und Sieben Linden standen auf dem Programm. Unter der fachlichen Leitung des Försters und Kreis-Naturschutzbeauftragten Ralf Knapp wurde unter hellen LED-Lampen sichtbar gemacht, was sonst eher unentdeckt bleibt. Vom Gequarre einer Erdkröte beim Laichgeschäft und dem Zappelflug einer Zwergfledermaus wurden die Gäste am Poppauer Teich „Mitten in der Welt“ begrüßt. Spannend ging es weiter, und zwar mit jugendlicher Begleitung der Nachwuchs-Gewässerkundler der „Tümpelchecker“. Die hatten die graue Theorie der Wintermonate hinter sich und waren am Freitag sichtlich froh, dass sie mit Gummistiefeln und Keschern ins Wasser durften.

„Dass wir hier in Poppau den Schulungsraum nutzen dürfen, dafür bedanken wir uns bei der Gemeinde Beetzendorf und Ortschef Lothar Köppe“, betonte Ralf Knapp. Er wurde von Aniko Häder begleitet, die derzeit im Ökodorf lebt und die Gruppe aktiv unterstützt.

Der Gelbrandkäfer ernährt sich von kleinen Wassertieren. Mit seinen Beißern kann er Menschen ganz schön zwacken.

Am Folienteich in Sieben Linden war es dann soweit: Auch wenn es bei Amphibien ja nicht um Schönheit geht, so kam sie doch hier in Form des männlichen Kammmolches zum Vorschein. Ein großes Staunen war das Resultat. Es folgten Teichfrosch, Teichmolch und der riesige wehrhafte Gelbrandkäfer. Letzterer frisst mit Vorliebe Kleintiere und zwackt mit seinen Beißwerkzeugen schon gern einmal zu, wenn er in die Hand genommen wird. Aber Ralf Knapp sprach auch Probleme der Gewässerbiotope durch neu eingewanderte, aggressive und verdrängende Tierarten an: Das sind der gefräßige Waschbär, der Ochsenfrosch, der amerikanische Flusskrebs, der amerikanische Mink, die Sauerstoffarmut einiger Tümpel und die Belastung durch Phosphate und Nitrate. „Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind die Nischen für viele Amphibien kleiner geworden. Jeder kleine ökologisch angelegte Gartentümpel kann helfen. Nur das Einsetzen von Fischen sollte vermieden werden“, betonte Knapp.

Auch der vielerorts gesunkene Grundwasserstand stellt zunehmend ein Problem für Frösche, Molche, Kröten und andere Wassertiere dar, hieß es. Dennoch: Die meisten Arten passen sich geschickt den neuen Bedingungen an.

Von Kai Zuber

Nächtliches Treiben an den Teichen und Tümpeln

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