Corinna Streitz aus Wittenberge restauriert die Kirchendecke in Hohenlangenbeck

„Möglichst viel erhalten“

„Hier hat Mannewitz sich vermalt“, zeigt sie schmunzelnd.

Hohenlangenbeck. Ein Staubsauger lärmt in der kleinen Kirche von Hohenlangenbeck. Hier macht aber niemand sauber, jedenfalls nicht wie üblich. Corinna Streitz kommt fast täglich aus ihrem Heimatort Wittenberge, um die Decke zu restaurieren. Sie hat Restauratorin studiert.

Die Deckenrestauration schreitet voran. Corinna Streitz wird die Arbeiten bis Ende August abschließen. Für sie ist die kleine Saalkirche etwas besonderes, da sie gut ausgestattet ist. Fotos (2): Hamann

„Das Problem ist, dass die Deckenbalken großzügig behauen und zugeputzt wurden“, erklärt sie im Schein zweier Lampen. Und der Putz hält nicht so lange wie die dicken Eichenbalken, wird lose, bröckelt, fällt herunter. Daher der Staubsauger. Und der Putz, beziehungsweise die verschiedenen Putzsorten, müssen ersetzt werden, wenn sie lose sind. „Die Hauptaufgabe ist, möglichst viel zu erhalten“, berichtet Corinna Streitz. Die Feldstein-Saalkirche mit halbkreisförmigem Ostschluss ist zwar aus dem 15. Jahrhundert, aber eigentlich wandelt die Restauratorin auf den Spuren von Friedrich Mannewitz, der in Jävenitz lebte. Der hat nämlich die Decke der Hohenlangenbecker Kirche in den 1940er Jahren restauriert.

„Die Decke ist wirklich alt“, aus dem 17. Jahrhundert, erläutert die Wittenbergerin. In der Kassettendecke wird Intarsienarbeit imitiert. „Pure Dekoration“ sei das, während die vor einigen Jahren restaurierten Wandbilder unter anderem die Vertreibung aus dem Paradies und Jesus Christus zeigen. An einigen Stellen musste das Holz der Kassettendecke ersetzt werden. Wo das Holz nass wurde und gammelte, wird Corinna Streitz die Malereien wieder ergänzen.

Wer genau hinsieht, entdeckt die Werke der Holzwürmer aus den vergangenen Jahrhunderten. Aber das ist kein Problem: „Die mögen keine Eiche, das Holz ist hart und voller Gerbsäure“, so die Expertin. Für sie ist die Kirche etwas besonderes: „Es ist eine Minisaalkirche, die sehr reich ausgestattet ist.“ Die barocken Malreste werden ergänzt durch barockes Gestühl. Als ähnlich schöne Kirchen nennt sie die in Maxdorf und Kassuhn.

Noch eine ganze Weile wird Corinna Streitz in Hohenlangenbeck beschäftigt sein: Am 20. Juni begannen die Arbeiten, bis Ende August sollen sie abgeschlossen werden.

Von Steffen Hamann

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