Praktische Zwischenprüfung der angehenden Landwirte forderte viele Fachkenntnisse und Fertigkeiten

Milchkühe, Aufzucht und Traktoren

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Auszubildende Celine Kamieth (v.l.) stellt sich im Kälberstall den Fragen der Prüfer Daniela Kunkel-Predöhl und Olaf Menz. Sie ist auf dem Bauernhof ihrer Eltern groß geworden und hat sichtlich viel Spaß im Umgang mit den Tieren.

Bonese. Das Gelände der Agrargenossenschaft Bonese war gestern und ist auch heute Schauplatz der praktischen Zwischenprüfung der angehenden Landwirte. An beiden Tagen zeigten jeweils acht Prüflinge, was sie in den ersten eineinhalb Jahren ihrer Ausbildung gelernt haben.

Eine von ihnen war Celine Kamieth. Obwohl es für die Zwischenprüfung keine klassische Benotung gibt, zeigte sich die junge Auszubildende von der Milcherzeugergenossenschaft Klötze ein wenig aufgeregt. Auf die Frage, warum sie sich für diesen Beruf entschieden hat, beschrieb sie: „Ich war schon immer fasziniert von Tieren. Ich bin auf einem Bauernhof mit Pferden, Kühen und Hühnern aufgewachsen. “ Sie sei zudem gerne in der Natur und habe viel Spaß bei der Arbeit im Freien.

In der Pflanzenproduktion mussten die Prüflinge ihr Fachwissen zu den unterschiedlichen Ackergeräten hinter den landwirtschaftlichen Fahrzeugen zeigen.

Eine der Stationen, die Kamieth durchlaufen musste, war der Kälberstall. Dort warteten zwei Prüfer auf sie: Olaf Menz und Daniela Kunkel-Predöhl. „Die Prüflinge müssen alle Aufgaben selbstständig erfassen und ausführen. Hier im Kälberstall geht es unter anderem um das Säubern und Füttern der jungen Tiere. Außerdem sollen die Prüflinge die Kennzeichnungschips kontrollieren und den Gesundheitszustand der Kälber bewerten“, erklärte Kunkel-Predöhl und ergänzte: „Dieser Test unter Wettkampfbedingungen helfe den Lehrlingen, sich selbst besser einschätzen zu können.“

Mitarbeiter Daniel Amft beim Ansetzen am Melkkarussell - eines der wichtigsten Aufgaben in der Milchviehhaltung.

Neben dem Kälberstall ging es für die Prüflinge noch in den Aufzuchtbereich und den Melkbereich. Dort befindet sich das Melkkarussell, in dem pro Schicht rund 540 Kühe gemolken werden. In der Pflanzenproduktion ging es thematisch um die verschiedenen Sorten der Nutzpflanzen, aber auch um die landwirtschaftlichen Maschinen. So mussten die Auszubildenden die großen Maschinen bedienen, aber auch die unterschiedlichen Anhänger beurteilen. Die Prüfer stellten hierzu fachspezifische Fragen im Umgang mit den schweren Gerätschaften.

Anke Seehaus, Ausbildungsberaterin des zuständigen Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark, erklärte die Wichtigkeit der Prüfung: „Es ist eine Leistungsstandbewertung für Prüfer, Prüflinge und Ausbilder. Die Zwischenprüfung wird zwar nicht benotet, ist aber Zugangsvoraussetzung für die Abschlussprüfung.“

Dem Beruf des Landwirtes bestätigte Seehaus ein weiterhin hohes Interesse in der altmärkischen Region: „Die Ausbildungszahlen sind stabil.“ Inhaltlich habe sich bei den Prüfungen in den vergangenen Jahren nicht viel geändert, bewertete Seehaus und würdigte abschließend den Einsatz der Landwirte: „Wir sind froh, dass es bei uns so viele ehrenamtliche Prüfer gibt, die sich Zeit nehmen, und Betriebe, die die Prüfungen professionell organisieren.“

Ausrichter der betrieblichen Zwischenprüfungen in diesem Frühjahr ist die Agrar-Genossenschaft Bonese. Der 1990 gegründete Betrieb bewirtschaftet eine Anbaufläche von 2850 Hektar. Neben Getreide werden Winterraps, Silo-und Körnermais sowie Zuckerrüben angebaut. Insgesamt beherbergt der Betrieb im Moment 635 Milchkühe und 670 Stück Jungvieh aus eigener Aufzucht. Geschäftsführer, und damit Chef von 27 Mitarbeitern und einem Auszubildenden, der dieses Mal praktisch ein echtes Heimspiel hatte, ist Dr. Gerhard Schmidt. „Unser Betrieb ist sowohl in der Tier- als auch in der Pflanzenproduktion tätig und ist somit gut geeignet für die Aufgaben der Prüfung“, meinte Schmidt.

Von Stefan Wasinski

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