Meinung der Einwohner ist gefragt

Neumühler Friedhof erhalten oder entwidmen?

Mitglieder des Beetzendorfer Bauausschusses auf Neumühler Friedhof
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Auf dem Neumühler Friedhof ist seit 30 Jahren niemand mehr beerdigt worden, deshalb ist das Gelände heute auch total zugewachsen. Die Mitglieder des Bauausschusses der Gemeinde Beetzendorf machten sich vor Ort ein Bild, um besser entscheiden zu können, was aus dem Friedhof werden soll.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Auf dem Friedhof in Neumühle wurde seit 30 Jahren niemand mehr beerdigt. Deshalb ist das Gelände heute komplett zugewachsen. Der Bauausschuss der Gemeinde Beetzendorf schlägt vor, die Einwohner zu befragen, ob der Friedhof erhalten bleiben oder entwidmet werden soll. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Ausschusses, dessen Mitglieder sich vor Ort persönlich ein Bild von der Begräbnisstätte machten.

Der Friedhof in Neumühle, der der Gemeinde Beetzendorf gehört, liegt mitten im Wald, etwa 500 Meter von der Bundesstraße 248 entfernt. Die Damen und Herren des Beetzendorfer Bauausschusses hatten am vergangenen Donnerstag größere Mühe, um überhaupt auf das rund 4000 Quadratmeter große Gelände zu kommen. Denn dort stehen teilweise meterhohe Sträucher und kleinere Bäume. „Das ist kaum noch als Friedhof zu erkennen“, stellte daher auch der Ausschussvorsitzende Jürgen Friedrichs fest.

Das Häuschen auf dem Gelände wurde früher mal zum Unterstellen genutzt, heute ist es kaum noch zu sehen.

Und fügte den entscheidenden Grund dafür hinzu: „Nach der Wende wurde hier keiner mehr beerdigt.“ Zuletzt seien auf dem Friedhof die verstorbenen Bewohner des Neumühler Pflegeheims beigesetzt worden. Von 1965 bis 1991 wurde das Schloss als Pflegeheim für geistig Behinderte genutzt. Den Friedhof gebe es schon länger als das Schloss, das erst in den 1940er-Jahren erbaut worden sei, berichtete Friedrichs. Und stellte die entscheidende Frage: „Wollen wir den Friedhof erhalten oder entwidmen lassen?“ Aus seiner Sicht werde der Friedhof keine Zukunft haben.

Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe sagte, bei einer Entwidmung müsse geprüft werden, wo sich der letzte Grabstein befinde: „Nach meiner Kenntnis gibt es hier keine Verpflichtungen mehr für die Gemeinde.“ Jürgen Friedrichs merkte an, dass sich der Gemeinderat auch mit der Frage beschäftigen müsse, ob noch vorhandene Grabsteine gesichert und an anderer Stelle zur Erinnerung aufgestellt werden sollten, vielleicht auf dem Friedhof in Tangeln.

Doch zunächst sollen erst einmal die Einwohner bei einer Versammlung befragt werden, wie sie die Zukunft des Friedhofs sehen.

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