Dem Wolf auf der Fährte

Mehrfache Isegrim-Sichtungen in der westlichen Altmark

+
Eine Wolfssichtung mit Fotobeleg gilt meist als sicherer Nachweis: Neue Sichtungen werden aus Eickhorst, Fahrendorf und Bierstedt gemeldet.

zu Diesdorf / Dähre. Bis kurz nach der Wende war die Schinkenmühle zwischen den Diesdorfer Ortsteilen Abbendorf und Hohenböddenstedt ein beliebtes Ausflugslokal.

Heute ist die Gaststätte geschlossen und es sagen sich an dem idyllisch gelegenen Örtchen sprichwörtlich Wolf und Dachs gute Nacht. Denn, wie Bewohnerin Bärbel Wolter der AZ berichtet, treibt in den Nächten dort Isegrim sein Unwesen.

„Alles fing im Jahr 2014 an. Da stieß ich auf eine verdächtige Fährte, die vermutlich von einem Wolf stammte und machte mit meinem Handy Fotos“, erzählt Bärbel Wolter. Kurze Zeit später wurde dieser Verdacht bestätigt, denn Jäger berichteten von Wolfssichtungen bei Fahrendorf. „Ein Taxifahrer erzählte sogar, dass er zwischen Hohenböddenstedt und Fahrendorf junge Wölfe gesehen hat“, erzählt Bärbel Wolter.

Seitdem hat sie Angst, zu weit allein in den Schinkenmühler Park zu gehen. „Einerseits habe ich ja Verständnis für die Wiederansiedlung der Wölfe, aber auch den nötigen Respekt vor den Raubtieren“, sagt die Abbendorferin. Dann berichtet sie von ihren Erfahrungen des vergangenen Jahres: „2015 attackierten Wölfe Schafe in Hohenböddenstedt und Dankensen und rissen einige Tiere“, erzählt Bärbel Wolter. Wenn sie draußen unterwegs ist, hat sie daher meistens einen Hund dabei. „Aber, ob der ein sicherer Schutz gegen Wölfe ist, weiß ich nicht“, meint die Bewohnerin von Schinkenmühle.

Andere Wolfssichtungen in der Region werden aus Bierstedt und Dähre gemeldet: Der Dährer Ralf Lehnecke spricht von einem beobachteten Wolf bei Eickhorst im so genannten Wendfeld. Der Jäger Lutz Amft aus dem Kuhfelder Ortsteil Leetze berichtet von drei gesichteten Wölfen bei Bierstedt. Grundsätzlich gilt: Die Wolfsfährte ist mindestens acht Zentimeter lang und hat große Ähnlichkeit mit der Spur eines starken Hundes. Doch der Tritt des Wolfes ist länger und schmaler. Die Zehen und Pfotenballen sowie die Nägel sind kräftiger und werden schärfer abgedrückt als es beim Hund der Fall ist.

Jede Wolfssichtung und vor allem Wolfsrisse sollten an die vor Ort agierenden wolfskundigen Personen gemeldet werden, die Jägern und Förstern bekannt sind. Diese werten Rissmeldungen, Losungen oder Fährten nach wissenschaftlichen Kriterien, den so genannten „Scalp-Kriterien“ aus.

Mehr zum Thema

Kommentare