Der Sohn hobelt nun weiter

Mario Meier übernimmt Diesdorfer Tischlerei vom Vater

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Mario Meier (l.) übernimmt zum 1. Januar 2022 die Tischlerei in der Diesdorfer Bahnhofstraße von seinem Vater Klaus. Damit geht die Familientradition in der dritten Generation weiter.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Viele Familienbetriebe in Deutschland finden keinen Nachfolger, der bereit ist, das Unternehmen weiterzuführen. Klaus Meier aus Diesdorf hatte dagegen keine Schwierigkeiten, seine Tischlerei an seinen Sohn Mario zu übergeben. Mario Meier wird die Tischlerei ab dem 1. Januar 2022 in der dritten Generation fortführen.

Diesdorf. Die Tischlerei Meier besteht seit 1984 und hat ihren Standort an der Diesdorfer Bahnhofstraße. „Schon mein Vater Heinz war Tischler“, erinnert sich Klaus Meier zurück. Heinz Meier war im Frühjahr dieses Jahres verstorben.

Klaus Meier ist noch bis zum 31. Dezember Firmeninhaber, danach führt Mario Meier die Tischlerei weiter. „Die Übergabe an meinen Sohn ist bereits geregelt. Ich wollte die Firma rechtzeitig in seine Hände legen“, erklärt der Vater. Immerhin gebe es dabei einiges zu beachten, wie zum Beispiel die Anmeldungen bei der Handwerkskammer, beim Gewerbeamt und bei der Berufsgenossenschaft.

Klaus Meier hatte ab 1973 das Tischlerhandwerk erlernt und 1986 seinen Meister gemacht. Wenn sein Sohn am 1. Januar die Firma übernimmt, wolle sich Klaus Meier aber nicht zur Ruhe setzen. „Ich werde noch weiter arbeiten und meinem Sohn helfen“, sagt der 65-Jährige.

Mario Meier ist seit dem Jahr 2000 als Tischler tätig und seit 2020 Meister. „Es macht mir Spaß“, berichtet der 40-Jährige, für den es schon immer klar gewesen sei, dass er den Familienbetrieb des Vaters einmal übernehmen werde.

In der Diesdorfer Tischlerei wird laut Klaus Meier praktisch alles hergestellt beziehungsweise ausgeführt, was in diesem Handwerk möglich ist, zum Beispiel Möbel, Fenster und Türen, aber auch Tore, Vordächer, Wintergärten und Zäune sowie Innenausbau.

Auch die Diesdorfer Tischlerei habe mit teilweise deutlichen Preissteigerungen und langen Lieferzeiten beim Material zu kämpfen. „Dadurch sind auch schon Kunden abgesprungen“, sagt Klaus Meier. Neue Mitarbeiter zu finden sei ebenfalls schwierig. Hoffnung besteht aber durchaus. Denn im kommenden Jahr wolle ein Mädchen ein Praktikum machen, die sich vorstellen könne, einmal Tischlerin zu werden.

Und steht eventuell schon die vierte Generation des Familienbetriebes bereit? Vielleicht, denn der elfjährige Sohn von Mario Meier überlege, ob er Tischler werden wolle wie sein Vater oder lieber doch Schornsteinfeger wie die Mutter.

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