Jana Kersten vom Tierheim Ahlum bittet Menschen zu Silvester um Rücksicht

„Leute sollten Tierfutter statt Böller kaufen“

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Auch Schweine leben im Tierheim Ahlum. Insgesamt sind es fast 100 Tiere, neben Katzen und Hunden auch Pferde.

Ahlum. Katzen, Hunde, Pferde, Schweine, Kaninchen. Fast 100 Tiere leben im Tierheim Ahlum, viele von ihnen nur vorübergehend, bis sie einen neuen Besitzer gefunden haben. Manche aber auch bis zum Lebensende, denn das Tierheim ist gleichzeitig ein Gnadenhof.

In wenigen Tagen ist Silvester. Für die meisten Menschen ein Tag des Frohsinns und des ausgelassenen Feierns. Für viele Tiere dagegen leider das pure Gegenteil. Jede Menge Stress durch den Lärm von Böllern und die Lichtblitze von Raketen und anderen Feuerwerkskörpern. Dies bestätigt auch Jana Kersten, die gemeinsam mit Iris Volk das Tierheim in Ahlum leitet. Zudem ist sie 2. Vorsitzende des Vereins Allgemeiner Tierhilfsdienst, der das Heim betreibt.

„Silvester ist schrecklich für die Tiere. Es ist sehr laut und immer wieder erschrecken sich die Tiere vor den Lichtblitzen“, sagt Kersten. Deshalb gebe es in der Silvesternacht und auch noch am Morgen danach viele frei laufende Hunde, die aufgeschreckt durch die Knallerei von ihrem Zuhause weglaufen würden. Die Mitarbeiter des Tierheims müssten die Hunde dann wieder einfangen und erst mal in Ahlum unterbringen. Zwei bis drei Hunde seien um den Jahreswechsel herum immer im Tierheim, berichtet Jana Kersten. „Man kann Silvester auch ohne Knaller feiern“, meint sie. Sie verstehe nicht, warum etliche Leute „so viel Geld für Böller ausgeben“.

Man könne das Geld auch anders verwenden, zum Beispiel für Hunde- oder anderes Tierfutter oder direkt an das Tierheim spenden. Jana Kersten bittet die Bürger, zu Silvester Rücksicht auf die Tiere zu nehmen, indem sie zumindest nicht in umittelbarer Nähe zur Einrichtung ihr Feuerwerk entzünden. „Am besten sollten sie gar nicht böllern und knallen.“

Im Tierheim selbst versuchen die Mitarbeiter ihr Möglichstes: „Wir haben uns angewöhnt, zu Silvester die ganze Nacht über das Licht anzulassen. Dann ist der Stress für die Tiere nicht so groß, es ist etwas angenehmer“, erklärt Jana Kersten.

Von Christian Reuter

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