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Von der Schülerband zum Stimmungsmacher: Die „Neandertaler“ sind zurück

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Von: Kai Zuber

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Fünf Männer in gesetztem Alter stehen vor einer Wand, an der Musikinstrumente hängen.
Die „Neandertaler“ heute. Die Wiederauferstehung ihrer Band wollen die „alten Herren“ in einer Woche im Rahmen eines Oldieabends in der „Kastanie“ in Jübar feiern. © Repro: Kai Zuber

Mit den „Neandertalern“ verbindet man vieles – nur nicht Musik. Doch genau diesen Namen suchten sich vor 48 Jahren talentierte junge Burschen aus der Region aus. Und sie sind bis heute der Musik treu geblieben.

Tangeln/Beetzendorf – Die „Neandertaler“ aus Tangeln gründeten sich 1974 und spielten erstmals als Schülerband in der Aula der Beetzendorfer Schule bei einem Talent-Wettbewerb. Die Gründer waren: Frank Glaue (Gitarre/Keyboard), Ingo Röper (Gitarre), Andreas Trauf (Bass) und Holger Lange (Schlagzeug). Bald darauf verließen Andreas Trauf und Holger Lange die Band aus persönlichen Gründen und sie formierte sich mit neuer Besetzung. Gerd Ebert (Bass) und Heiner Kamieth (Gitarre) aus Jübar sowie Andreas Tangermann (Schlagzeug) aus Rohrberg kamen dazu. Dies ist auch immer noch die aktuelle Besetzung. Am 10. Juni 1978 um genau 20 Uhr begann die erste öffentliche Tanzveranstaltung in Engersen. „Franks Vater hat uns damals mit seinem Skoda und dem so genannten Klaufix-Anhänger gefahren – Wir hatte noch keine Fahrerlaubnis, denn wir waren ja zum Teil erst 16 Jahre alt“, erinnert sich Heiner Kamieth heute rückblickend. Am 18. Juni 1978 folgte ein Auftritt beim Kindertanz anlässlich des Tangelner Waldfestes. „Wir wollten zeigen, dass wir auch Schlager können und bekamen dafür jeder 20 Mark“, so die Musiker. Es folgten tolle, altmarkweite Auftritte bei Jugendtänzen in Engersen, Berge, Jävenitz, Winterfeld, Klötze und Beetzendorf, um nur einige Orte zu nennen. Die Auflösung der Combo erfolgte dann Anfang der 80er Jahre aus verschiedensten Gründen, wie berufliche Umorientierung, Wegzug sowie Wechsel in andere Bands.

Ein historisches Schwarz-weiß-Foto zeigt Mitglieder einer Band in jungen Jahren mit ihren Instrumenten.
Die „Neandertaler“ Ende Oktober 1979 in Altensalzwedel. Die Formation startete einst als Schülerband. © Repro: Kai Zuber

Schon vor einigen Jahren wandte sich ein alter Fan, Jürgen Friedrichs aus Tangeln und gebürtiger Jübarer, an die Musiker mit der Idee, die alten „Neandertaler“ aus Tangeln wieder auferstehen zu lassen. Am 27. November 2019 trafen sich alle „Neandertaler“ mit „Jogi“ in seinem Partyraum und die Wiedergeburt der “Neandertaler“ wurde besiegelt. „Weil einige von uns sehr lange Zeit kein Instrument mehr gespielt hatten war klar, dass zunächst eine längere Zeit geprobt werden müsse“, schmunzelt Heiner Kamieth. Im Januar 2020 begann die Band dann mit den Proben, wurde jedoch sehr bald durch Corona ausgebremst. Seit August 2021 durften sich laut Corona-Verordnung, endlich wieder fünf Personen aus fünf verschiedenen Haushalten treffen. Seitdem haben die Bandmitglieder 26 lockere vierstündige Proben absolviert – und irgendwann wollten sie ja auch das neu Einstudierte den junggebliebenen Fans vorstellen. Von der Gaststätte „Zur Kastanie“ in Jübar bekamen die „Neantertaler“ die Möglichkeit, sich zu präsentieren. „Und weil ja alle Menschen wieder das Bedürfnis haben endlich mal abzuschalten und zu feiern, haben wir diese Angebot sehr gern wahrgenommen“, sagt Kamieth. Dieser „Oldieabend“ findet am Sonnabend, 15. Oktober, ab 20 Uhr im Saal der „Kastanie“ in Jübar statt. „Wir machen ausschließlich handgemachte Musik der sechziger bis neunziger Jahre – weil wir damit groß geworden sind und diese Musik lieben“, betonen die Musiker. Karten für dieses Konzert gibt es nur an der Abendkasse.

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