Kreisbauerntag in Winterfeld

Landwirten im Altmarkkreis bereiten nicht nur Strukturwandel und Corona-Pandemie Sorgen

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Zur Mitgliederversammlung des Bauernverbandes des Altmarkkreises Salzwedel waren zahlreiche Vertreter und Gäste ins Landhotel „Wieseneck“ in Winterfeld gekommen.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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„Regionale Landwirtschaft ist und bleibt ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft“, stellte Raimund Punke, Vorstandsvorsitzender des Kreisbauernverbandes, auf der Mitgliederversammlung im Winterfelder Landhotel „Wieseneck“ am Dienstag, 9. November, klar.

Winterfeld. Dabei hat die Landwirtschaft in Deutschland mit zunehmenden Problemen zu kämpfen, die sich durch die Corona-Pandemie eher noch verschärft haben. „Es ist der Landwirtschaft trotz aller Herausforderungen gelungen, die Bevölkerung seit Beginn der Corona-Pandemie reibungslos mit Nahrungsmitteln zu versorgen“, betonte Punke daher. Allerdings ziehe die Pandemie gravierende Auswirkungen nach sich.

In den Betrieben sei die Angst sehr groß, dass bei der knappen Personaldecke Mitarbeiter erkranken. Es komme in vielen Bereichen zu Engpässen bei der Lieferung von Ersatzteilen. Zudem sei die Situation auf dem Schweinemarkt äußerst angespannt.

„Angetrieben von der nahenden Afrikanischen Schweinepest und der Tierwohldebatte hat ein Strukturwandel eingesetzt, der sehr bedenklich ist. Wenn wir die Versorgung mit regionalen Produkten wirklich wollen, ist an dieser Stelle politisches Handeln dringend gefragt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Raimund Punke ging auch auf die laufenden Koalitionsverhandlungen ein, die die Bauern skeptisch beobachten würden. Klimaneutralität, Tierwohl und Biodiversität bestimmten die Blickrichtung der Gesellschaft und somit auch dieser Verhandlungen.

Raimund Punke, Vorstandsvorsitzender des Kreisbauernverbandes, sprach die Probleme an, mit denen die Landwirte zu kämpfen haben.

Doch die Sicherung der Ernährung dürfe keineswegs unberücksichtigt bleiben. „Wir haben Sorge, dass Auflagen und Standards in den Fokus rücken, die eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie nicht ermöglichen“, führte Punke aus.

Bei den Milcherzeugerpreisen sei zwar ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Allerdings würden die Mehrkosten für Diesel, Strom, Ersatzteile und Futter zu Buche schlagen.

Von einer auskömmlichen Milchproduktion könne daher keine Rede sein. Punke: „Leider haben sich Betriebe entschlossen, die Produktion aufzugeben.“

Den ambitionierten Klimaschutzzielen folgend könne es sein, dass Futter- und Weideflächen mit Fotovoltaik-Freiflächen bebaut werden. „So ist das bei politisch gesteuerten Vorgaben, bessere Einnahmequellen, scharfe Flächenkonkurrenz und weniger Wertschöpfung“, stellte der Vorstandsvorsitzende des Kreisbauernverbandes ernüchtert fest.

Das Wetter sei und bleibe ein entscheidender Faktor für die landwirtschaftliche Produktion. „Darauf haben wir keinen Einfluss, aber auf politische Rahmenbedingungen“, verdeutlichte Punke. Denn diese werden von Menschen festgelegt.

Doch die gesetzlichen Vorgaben rund um die Düngung, den Gewässerschutz und den Pflanzenschutz in schneller Abfolge bereiteten den Landwirten Sorgen.

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