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Kritik am geplanten Flächennutzungsplan

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Durch einen bestätigten Teilflächennutzungsplan konnte Beetzendorf „Im Binnen“ relativ kurzfristig ein neues Wohnbaugebiet schaffen. Wo in diesem Jahr noch Blumen blühen, soll im kommenden Jahr schon gebaggert werden.
Durch einen bestätigten Teilflächennutzungsplan konnte Beetzendorf „Im Binnen“ relativ kurzfristig ein neues Wohnbaugebiet schaffen. Wo in diesem Jahr noch Blumen blühen, soll im kommenden Jahr schon gebaggert werden. © Lange

Beetzendorf-Diesdorf. Mit drei Gegenstimmen und bei zwei Enthaltungen hat der Verbandsgemeinderat am Mittwochabend die Aufstellung einen Flächennutzungsplan für das gesamte Gebiet der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf (8 Mitgliedsgemeinden mit 94 Ortsteilen) beschlossen.

Vorausgegangen war eine intensive Diskussion, denn nicht alle Gemeinden sehen darin einen Nutzen bei zu erwartenden Kosten in Höhe von rund 285.000 Euro. Wird die Förderung von 80.000 Euro abgerechnet, bleiben für die VG noch 205.000 Euro übrig. Besonders Wallstawe und Kuhfelde sehen für ihre Gemeinden keine Vorteile und befürchten, dass die Kosten am Ende des Verfahrens bei rund einer halben Million Euro liegen.

Ob der Beschluss tatsächlich umgesetzt wird, entscheiden jetzt die einzelnen Räte der Gemeinden, die sich bis 31. März 2019 positionieren sollen. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms machte deutlich, dass für eine tatsächliche Aufstellung des Flächennutzungsplanes mehr als die Hälfte der Gemeinden mit mehr als zwei Drittel der Einwohner zustimmen müssen. Erst dann kann mit dem Vorhaben begonnen werden.

Bauamtsleiter Markus Starck unterstrich, dass laut Kommunalverfassungsgesetz die VG für die Aufstellung solcher Flächennutzungspläne zuständig ist. Alte Teilflächennutzungspläne, die derzeit in Beetzendorf, Audorf, Käcklitz, Wohlgemuth, Jübar, Ahlum, Stöckheim, Nieps, Apenburg, Bandau, Poppau, Peertz, Bornsen, Drebenstedt, Rohrberg, Tangeln, Neumühle, Winterfeld, Recklingen, Baars, Quadendambeck, Neuekrug, Reddigau und Höddelsen bestehen, bleiben bis zum neuen Flächennutzungsplan der VG gültig. Beschließen die Gemeinden die Aufstellung eines gemeinsamen Flächennutzungsplanes für die gesamte VG, werden die noch bestehenden Teilflächennutzungspläne mit den Gemeinden überarbeitet. Dabei kann es dann sein, dass bisher eingetragene Baugebiete, die nicht genutzt werden, wegfallen und neue, attraktivere Standorte ausgewiesen werden. Doch das ist alles noch Zukunftsmusik.

Neuekrugs ehemaliger Bürgermeister Udo Riechmann ist jedenfalls froh, dass in „Texas“ ein noch gültiger Teilflächennutzungsplan existiert, der Bauwilligen sehr schnell zu Grundstücken verhilft. Allerdings fehlen in fast allen Orten der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Diesdorf-Dähre solche Teilflächennutzungspläne. Das hemmt die Entwicklung in den Orten, da die Kommunen oft auf Lückenbebauung zurückgreifen müssen. Doch meist gehören diese Lücken Privatpersonen, deren manchmal zu hohe Preisvorstellungen Bauwillige abschrecken. Dadurch, dass in Beetzendorf ein noch gültiger Teilflächennutzungsplan existiert, konnte die Gemeinde relativ schnell ein neues Baugebiet ausweisen. In Ahlum besteht an der Bundesstraße schon lange ein Wohnbaugebiet. Doch dort will niemand bauen. Der neue Flächennutzungsplan der VG könnte Abhilfe schaffen. Das unattraktive Baugebiet könnte wegfallen und ein attraktiveres ausgewiesen werden.

Von Rüdiger Lange

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