1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Krimi am Osterfeuer in Lüdelsen

Erstellt:

Von: Kai Zuber

Kommentare

Osterfeuer in Lüdelsen
Das Osterfeuer in Lüdelsen wurde von Jugendlichen aus dem Ort vor dem offiziellen Anzünden bewacht. Wäre dies nicht geschehen, hätte der Holzhaufen womöglich eher gebrannt. So wurde er „gerettet“. © Kai Zuber

Ein wahrhaftiger Krimi am Osterfeuer in Lüdelsen hat sich kurz vor dem Anzünden des Holzhaufens abgespielt. Unbekannte Verdächtige näherten sich dem aufgeschichteten Osterfeuer nachts vor dem offiziellen Termin. Doch womit sie dabei offenbar nicht gerechnet hatten, war, dass sich auf dem Lüdelsener Osterfeuerplatz am Jugendklub eine Nachtwache der Feuerwehr und Einwohner postiert hatte.

Lüdelsen. Diese Nachtwache beobachtete laut Jübars Vize-Bürgermeister Lutz Peters aus dem Wald das Herannahen eines Autos. Dabei soll es sich um einen Autotyp „Caddy“ mit vier Insassen gehandelt haben. Das Fahrzeug war teilweise unbeleuchtet und hatte kein Kennzeichen, erfuhr die AZ weiter.

Ein Trupp junger, beherzter Lüdelsener konnte das mysteriöse Fahrzeug dann stellen. Auf dem Rücksitz befand sich ein junger Mann mit Sturmhaube. Ob die Unbekannten tatsächlich versuchten, vor dem offiziellen Termin zu zündeln, konnte allerdings nicht bewiesen werden.

Dennoch wurden die Insassen des Autos aus einem Dorf aus der Umgebung von den Lüdelsenern verwarnt. „Auf eine Anzeige haben wir dann aber verzichtet“, sagte Lutz Peters.

Hintergrund: Bereits seit Jahrzehnten ist es unter Jugendlichen in der Altmark auf den Dörfern ein Schabernack-Brauch, die Osterfeuer vor dem offiziellen Termin anzuzünden, um dem anderen „eins auszuwischen“. So wurden in den vergangenen Jahren unter anderem auch Osterfeuer in Abbendorf oder Jübar Opfer solcher Attacken. Seitdem ist es am Osterfeuer auch Brauch, Nachtwachen abzuhalten, um das eigene Feuer zu retten.

Auch interessant

Kommentare