Verdi fordert zehn Prozent mehr Lohn bei Erziehern / VG kann nur abwarten

Das könnte teuer werden

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In Wallstawe investierte die Verbandsgemeinde zuletzt in einen Kita-Neubau. Nun droht eine deutliche Steigerung der Personalkosten für die Kommune.

Beetzendorf-Diesdorf. Die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf steht im Kindertagesstätten-Bereich vor großen Herausforderungen. 15 Kitas gibt es in der VG.

Damit schlagen die Einrichtungen allein bei den Personalkosten im Haushaltsansatz 2015 mit rund 4 800 000 Euro zu Buche – das ist gut die Hälfte aller Ausgaben der VG. Nun fordert die Gewerkschaft Verdi in der aktuellen Tarifrunde bei Erzieherinnen und Erziehern einen Lohnzuwachs von knapp zehn Prozent. Für den Haushalt eine knappe Sache. Nur nach langwierigen Diskussionen in den Ausschüssen und im Verbandsgemeinderat konnte dieser wieder ausgeglichen verabschiedet werden. Kleinere Lohnzuwächse hatte die Verwaltung vorsichtshalber schon eingearbeitet – zehn Prozent mehr Lohn ist dabei aber nicht eingeplant.

„Das wäre eine echte Hausnummer“, betont Günther Serien, Vorsitzender des Sozialausschusses der VG. Serien erklärte, dass die Kommune das Ergebnis der Tarifverhandlungen nicht beeinflussen könne. „Wir müssen abwarten“, sagt Serien.

Der Sozialausschussvorsitzende sieht bei einer Erhöhung der Personalkosten mehrere Möglichkeiten, um die Finanzierung stemmen zu können. Unter anderem bringt er eine Erhöhung der Umlage der Einzelgemeinden, aber auch eine Steigerung der Elternbeiträge ins Gespräch.

Immerhin 98 Leiter- oder Erzieherstellen sieht der Haushalt in den Kitas für 2015 vor. Und dazu gab es zuletzt (AZ berichtete) auch noch heftigen Gegenwind durch eine Elterninitiative in Dähre, die zu wenig Personal in der örtlichen Kita beklagte. Darauf hatte VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann zum Teil mit Verständnis reagiert. Ihr sei bewusst, dass der Personalschlüssel in Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich weit hinten liege. Dennoch müsse sich die VG an Vorgaben halten, hatte Lüdemann erklärt.

Auch ein verbesserter Personalschlüssel steht im Forderungenpaket der Gewerkschaft. Sollte dieser verringert werden – also weniger Kinder pro Erzieherin –, drohen weitere Kosten für die Verbandsgemeinde.

Von David Schröder

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