Ein königlicher Scherz

Dreimal Hans-Jochen – dazu fiel Königin Luise (r.) gleich ein Scherz ein, der bis heute namensgebend blieb.

Diesdorf - Von Steffen Hamann. Das Wetter spielte sonnig mit: Das Museumsfest in Diesdorf war ein voller Erfolg. Höhepunkt war die Aufführung, wie der Hans-Jochen-Winkel zu seinem Namen kam.

Das Freilichtmuseum Diesdorf hatte am Sonntag zum Museumsfest eingeladen und viele 100 Gäste strömten von 10 bis 18 Uhr auf das Gelände.

Viel Programm boten die Organisatoren: Da zeigten historische Handwerker ihre Fähigkeiten. Darunter waren Anette Niemann aus Hagen, die Brettchenweben präsentierte. „Am Ende werden zum Beispiel Gürtel daraus“, sagte sie. Dahinter stand Sabine Krüger aus Gardelegen, die zwei liegende Figuren aus dem Holz schnitzte. „Ich mache das schon seit 40 Jahren“, berichtete sie.

Eine historische Schulstunde war nicht nur für die kleinen Gäste spannend. In Diesdorf wohl bekannt sind die Klosterlerchen. Der Chor trat gleich mehrmals am Sonntag auf.

Äußerst interessant fanden die Besucher auch den Kanonensalut und das Training des Preußischen Fanfarenzuges, bestehend aus dem Landesfanfarenzug Hamburg und dem Fanfarenzug Wittenburg.

Diese waren gekommen, um mit dem Dährer Karnevalsverein „Rot-Weiß 54“ die Legende zu zeigen, wie der Hans-Jochen-Winkel zu seinem Namen kam. Heidi Schmidt und Ingelore Fischer hatten die Idee und übernahmen die Regie. Durchs Programm führte Holger Dieckmann. Das Stück begann damit, dass gegen 1860 drei Damen (Waltraud Tornow, Edith Borchert und Gutrun Rau) auf die Ankunft des Abgeordneten Ludolf Parisius (Jens Bock) warteten, der seinen Freund Pastor Krüger (Albrecht Giese) besuchte. Parisius sammelte Bräuche und Legenden. Eine konnte ihm Pastor Krüger auch erzählen: Wie der Hans-Jochen-Winkel zu seinem Namen kam. Denn es war so, dass so um 1810 herum die Königin Luise drei „Lange Kerls“ – groß gewachsene königliche Soldaten – fragte, wie sie heißen. Alle drei kamen aus der Altmark und hießen Hans-Jochen. So dass Königin Luise (Doreen Dieckmann) scherzte: „Das muss ja ein richtiger Hans-Jochen-Winkel sein!“ Und da die drei aus Schmölau, Rustenbeck und Bonese kamen, ist die Ecke seitdem der Hans-Jochen-Winkel.

Noch bis 18 Uhr folgten eine weitere Schulstunde, Frühlingslieder der Klosterlerchen, das Standkonzert des musikalischen Ehrenzuges, Musik vom Fanfarenzug und abschließend der Zapfenstreich in Uniform.

Bilder des Museumstages:

http://www.altmark-zeitung.de

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