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Knöllchen-Flut bringt Anwohner in Bornsen langsam aber sicher auf die Palme

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Von: Kai Zuber

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Straße und Auto und Häuser
Beim Parken an der Siedlung in Bornsen gibt es immer wieder Ärger, denn viele Anlieger sehen im rechten Bereich neben der Rinne keinen Gehweg, sondern einen Teil der Fahrbahn. Ein dort wohnendes Paar legte jetzt beim Ordnungsamt Widerspruch gegen ein Knöllchen ein, weil im Betonstein-Pflaster keine farbliche Abgrenzung ersichtlich ist. © Kai Zuber

Bei sogenannten „Parksündern“ härter durchgreifen oder lieber etwas nachgiebiger vorgehen und ab und an mal ein Auge zudrücken? Diese Frage stellt sich aktuell unter anderem im Jübarer Ortsteil Bornsen, aber auch in vielen anderen Orten.

Bornsen. Parken wird mitunter in den Dörfern der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf zur Geduldsprobe, denn die Knöllchenschreiber des dortigen Ordnungsamtes sind dieser Tage und auch in den vergangenen Wochen emsiger denn je bei der Arbeit. Die Meinungen darüber sind gespalten: Den einen freut es, dass „endlich mal durchgegriffen wird.“ Der andere meint, dass man doch diesbezüglich mal „die Kirche im Dorf lassen sollte.“ Genügend Zündstoff gibt es also immer bei diesem Thema.

An der Siedlung in Bornsen beklagen Anlieger zum Beispiel die Unnachgiebigkeit der Behörde. Ihren Namen möchte das Paar zwar nicht nennen, doch die Problematik ist im Ordnungsamt der VG hinlänglich bekannt: Das Paar mit zwei Kindern ist berufstätig und hat demzufolge auch zwei Autos. Seine Argumentation nach dem Knöllchen wegen Falschparkens an der Bornsener Siedlung unweit des Sportplatzes: Seit 30 Jahren wird auf dem Seitenstreifen neben der Gosse wie selbstverständlich geparkt. Das Ordnungsamt sieht diesen Bereich jenseits der Rinne aber als Gehweg. Und: Viele Anwohner haben auf ihrem Grundstück lediglich Platz für einen Pkw. Das zweite Auto muss also vor dem Haus parken.

Doch nun, so die Argumentation weiter, sollen diese Anwohner besser auf der Hauptstraße parken, um die Fußgänger nicht zu gefährden. „Doch was macht man beim Entladen der Einkäufe und als Senior?“, fragen die Bornsener. Nach Ansicht von Jübars Bürgermeister Carsten Borchert hätte man, bevor man den vollen Ermessensspielraum ausschöpft, erst einmal ein geringeres Verwarngeld verhängen können, um die Bürger zu erziehen.

Auf Anfrage der AZ stärkte dagegen VG-Bürgermeister Michael Olms dem Ordnungsamt seiner Verwaltung den Rücken: „Jahrelang hieß es in den Gemeinden, es werde im Ordnungswesen nicht genug durchgegriffen, und nun setzen wir es einfach mal um.“ Mit Blick auf ein Foto vom Parkvorgang an der besagten Gosse in der Siedlung Bornsen sagte Olms: „Das ist zweifellos ein Gehweg, da muss ich gar nicht weiter diskutieren.“

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