Archäologen entdecken weitere Gräber / Bauarbeiten verlaufen nach Plan

Knochenarbeit in Diesdorf

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In diesem Bereich der Baustelle vor der Klosterkirche entdeckten die Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege zehn Grabstellen in unterschiedlichen Erdschichten. Antje Lehmann (r.) kniet mit ihrer Kollegin vor dem Skelett eines Kindes.

Diesdorf. Ein unterirdisches Gräberdurcheinander entdeckte Antje Lehmann, Archäologin vom Landesamt für Denkmalpflege, bei den Grabungen rund um die Klosterkirche in Diesdorf. „Es ist einfach erstaunlich, so viele gestörte Bestattungen zu finden“, betonte Lehmann.

In vielen Erdschichten liegen die Skelette auf dem ehemaligen Klosterfriedhof.

Dabei ist der Zustand der archäologischen Funde häufig sehr unterschiedlich. „Ich habe schon in tiefer liegenden Schichten deutlich bessere Knochenfunde gehabt, als kurz unter der Deckschicht“, erklärt Lehmann. Die Toten stammen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert. Genauer war eine Datierung bisher nicht möglich.

Derzeit legt die Archäologin zehn Grabstellen frei. „Alle fünf Finger hatte ich selten in der Hand“, sagt Lehmann als die Knochen in eine Fundtüte fallen lässt. In den Gräbern sind bisher Menschen aller Altersklassen entdeckt worden. „Unser erster Fund war ein Säugling“, erzählt Antje Lehmann.

Nach den Frosttagen im Januar kann es jetzt auch auf der Baustelle in der Diesdorfer Ortsdurchfahrt weitergehen. Die Bauarbeiter müssen natürlich auf die Grabungen Rücksicht nehmen. „Das funktioniert wunderbar“, sagt die Archäologin und berichtet, dass die Bauarbeiter häufig mit dem Minibagger aushelfen. Auch Roman Galeiwa von der beauftragten Baufirma kann die Anwohner beruhigen, alle Bauarbeiten verliefen nach Plan. „Für die L 8 sind nur noch Restarbeiten zu erledigen. Ich denke in spätestens 14 Tagen kann die Straße komplett freigegeben werden“, unterstreicht Galeiwa. Die Fertigung des Teilstücks auf der L 11 richte sich natürlich auch nach den Grabungen der Archäologen.

Das Straßenstück entlang der Alten Darre verursacht bei den Mitarbeitern des Landesamtes für Denkmalpflege nochmal besondere Neugier. Dort lag in Vorzeiten mal der Amtsplatz, der für die Straße weichen musste.

Von David Schröder

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