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Kita Poppau mit 50.000 Euro Defizit

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Von: Christian Reuter

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Kita Mehmke
Die Kitas in Mehmke (im Bild) und in Poppau verzeichnen hohe Defizite. Offensichtlich sind die Elternbeiträge in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf zu niedrig angesetzt. © Reuter, Christian

Warum haben die Kita Mehmke und der Waldkindergarten Poppau ein Defizit und andere Einrichtungen in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf nicht? Eine Antwort auf diese und viele weitere Fragen zur Finanzierung der Kindertagesstätten in der VG versuchte Susann Meinecke, pädagogische Kita-Fachberaterin der Verbandsgemeinde, während der jüngsten Sitzung des VG-Sozialausschusses zu geben. Eine Erkenntnis aus der Beratung: Die Elternbeiträge in der VG sind, verglichen mit anderen Kommunen in der Umgebung, offensichtlich zu niedrig angesetzt.

Beetzendorf. Grundlage zur Betreuung der Mädchen und Jungen in den Kitas ist das Kinderförderungsgesetz (KiföG), das am 16. Dezember 2008 in Kraft getreten und zuletzt zum 1. Januar 2019 verändert worden ist, führte Susann Meinecke aus.

Die Finanzierung der Kitas in der VG fuße auf vier Säulen: 35 Prozent der Bruttokosten für die Kita-Plätze übernehme das Land Sachsen-Anhalt, 15 Prozent der Altmarkkreis Salzwedel, 30 Prozent die VG und 20 Prozent die Eltern. So sei es zumindest vorgesehen. „Wenn wir das Defizit in Einrichtungen regulieren wollen, müssen wir über die Elternbeiträge gehen“, betonte Meinecke. Denn diese würden derzeit unter 20 Prozent liegen und seien die niedrigsten von den umliegenden Kommunen.

Der Sozialausschussvorsitzende Günther Serien sagte: „Die VG bezahlt das Defizit der Kita Poppau, dieses Jahr sind das 50.000 Euro.“ Ratsherr Jürgen Benecke wollte wissen: „Wie kommt es zu diesem hohen Defizit?“

Die pädagogische Kita-Fachberaterin Susann Meinecke erwiderte: „Das weiß ich nicht. Ich bin erst seit einem Jahr hier. Ich muss mich da erst mal rein- und durcharbeiten. Ich weiß nicht, wie damals die Verhandlungen geführt wurden. Das tut mir sehr leid, dass ich dazu erst einmal nicht mehr sagen kann.“

Mehr dazu sagen konnte eine Frau, die die Sitzung als Gast verfolgte. Der größte Teil des Defizits seien Personalkosten, dann kämen die Bewirtschaftungskosten und schließlich seien Einrichtungen auch sanierungsbedürftig. Die Kosten im Poppauer Waldkindergarten seien höher als in anderen Kitas, weil es dort einen anderen Personalschlüssel gebe.

„Warum erhöhen wir nicht einfach die Elternbeiträge?“, fragte ein Ausschussmitglied. Das sei nicht so einfach und müsse kalkuliert werden, erklärte Meinecke.

„Es liegt allein bei uns, das zu entscheiden“, sagte Serien. Die Elternbeiträge habe der VG-Rat vor sieben Jahren beschlossen und seitdem sei nicht mehr angepasst worden. Günther Serien schlug vor, dass der VG-Rat die Poppauer Kita mal besichtige.

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