Sozialausschuss empfiehlt Erhöhung um 20 Prozent / Lüdemann verweist auf Defizit

Tangeln: Kita-Beiträge sollen steigen

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Der Sozialausschuss der Verbandsgemeinde besichtigte am Mittwochabend die Kita Tangeln. Während der anschließenden Sitzung empfahl das Gremium eine Erhöhung aller Kita- und Hortbeiträge um 20 Prozent.

Tangeln. Nach konstruktiver Diskussion gab der Sozialausschuss der Verbandsgemeinde (VG) einstimmig – bei einer Enthaltung von Angelika Scholz – eine Beschlussempfehlung an den Verbandsgemeinderat weiter: Alle Kita- und Hortbeiträge sollen um 20 Prozent steigen.

Dies macht Einnahmen von rund 200 000 Euro für die VG aus.

Die Zahlen, die Verbandsgemeindebürgermeisterin Christiane Lüdemann am Mittwochabend dem Ausschuss bei der Sitzung in der Tangelner Kita vorlegte, waren alarmierend. Das Defizit im Kita-Bereich, dass jährlich durch die Umlage der Einzelgemeinden aufgefangen wird, liegt für das laufende Jahr bei 1,5 Millionen Euro. „Als wir die Aufgabe 2010 übernommen haben, waren es noch 800 000 Euro“, berichtete die Verwaltungschefin. Lüdemann nannte verschiedene Faktoren, die zu Kostensteigerungen im Kita-Bereich geführt haben – an erster Stelle das Tarifergebnis für Erzieher. „Da gibt es einige Umgruppierungen, deren Kosten für uns noch gar nicht absehbar sind“, erklärte die VG-Bürgermeisterin. Danach nannte sie kaum stattfindende Erhöhungen der Pauschalen von Land und Kreis nach dem Kinderförderungsgesetz. „Pro Kind und Monat zahlt die Verbandsgemeinde derzeit 200 Euro dazu“, so Lüdemann. Sie ergänzte zudem, dass in Beetzendorf-Diesdorf derzeit die geringsten Kita-Beiträge im Land erhoben würden.

Carsten Borchert (CDU) verlangte anschließend einen Vorschlag der Verwaltung. Eva Maria Benecke, stellvertretende VG-Bürgermeisterin, legte sofort mehrere vor. Auch eine pauschale Erhöhung jedes Beitrages um 20 Euro war darunter. Die Sozialausschussmitglieder entschieden sich aber für die prozentuale Erhöhung. Diese könnte frühestens ab Februar 2016 in Kraft treten. „Wenn wir schnell sind“, betonte Lüdemann. Zunächst muss aber noch das Elternkuratorium befragt werden. Danach könnte der VG-Rat im Dezember entscheiden, ehe die Beitragssatzung veröffentlicht wird. „Ich darf doch auch mal meinen Frust loswerden“, erklärte Angelika Scholz (Die Linke). Sie sperrte sich nicht gegen die Beitragserhöhung, gab die Verantwortung dafür aber an das Land weiter, dass aus ihrer Sicht für die Kostensteigerungen mitverantwortlich sei. Günther Serien und Peter Warlich betonten, dass es kaum Möglichkeiten gegen eine Erhöhung gebe. „Damit sprengen wir aber nicht den Rahmen“, sagte Warlich in Bezug auf die Steigerung um 20 Prozent.

Von David Schröder

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