Naturschutz oder Geldvergeudung?

Kirschbaumallee bei Drebenstedt soll für 13.000 Euro gepflegt werden

Eine Allee mit 116 Kirschbäumen ist Teil der Ortsverbindung von Drebenstedt nach Lindhof. Mit einem Förderprogramm können die Bäume gepflegt werden.
+
Eine Allee mit 116 Kirschbäumen ist Teil der Ortsverbindung von Drebenstedt nach Lindhof. Mit einem Förderprogramm können die Bäume gepflegt werden.

Jübar – Eine Allee mit 116 Kirschbäumen ist Teil der Ortsverbindung von Drebenstedt nach Lindhof. Das Problem ist, dass die Gehölze nicht mehr gesund sind. Doch Hilfe ist in Sicht.

„Es gibt ein Förderprogramm für die Pflege der 116 Kirschbäume“, informierte Jübars Bürgermeister Carsten Borchert während der jüngsten Gemeinderatssitzung am Mittwochabend.

Er habe ein Schreiben erhalten vom Altmarkkreis Salzwedel, der sogar einen Obstbaumverantwortlichen habe, was Borchert bisher gar nicht gewusst habe. „Die Allee ist tot, hieß es in dem Schreiben“, berichtete der Bürgermeister. Aber es gebe eine Förderung von 90 Prozent durch die Europäische Union (EU), „um alles wieder in Ordnung zu bringen“.

Insgesamt koste die Maßnahme 13.000 Euro, die Gemeinde Jübar müsste davon zehn Prozent tragen, also 1300 Euro selbst aufbringen. „Im Februar 2021 soll die Ausführung erfolgen“, kündigte Borchert an. Und fügte noch hinzu: „Naturschutz ist ganz wichtig.“ Zumindest ein Jübarer Ratsherr hatte seine Zweifel am Sinn der Pflegemaßnahme: „Das ist doch rausgeschmissenes Geld“, sagte er.

Das Thema Bäume beschäftigte in der Ratssitzung auch Simone Lohsen aus Hanum, allerdings eine andere Problematik: „Die Bäume verlieren bald wieder ihre Blätter. Die Anwohner sagen, sie wissen nicht wohin damit.“ Einige Bürger würden auf eigene Kosten bis nach Diesdorf fahren, andere dagegen ihre Abfälle in den Wald fahren oder Wege damit auffüllen. „Könnte man nicht als Lösung einen Container aufstellen, schließlich gibt es ja auch viel Rasenschnitt?“, fragte die Ratsfrau in die Runde. „So viele Container kann man gar nicht haben für alle Ortsteile“, erwiderte der Bürgermeister. Er sagte aber zu, die Problematik mit dem Laub zu beobachten und wenn es bestimmte Stellen mit Schwierigkeiten gebe, dies dann mit den Leuten abzusprechen.

Abstimmungsbedarf besteht in Jübar noch bei einem anderen Thema: „Sind die Ortsteile und Feuerwehren in der Lage, im Oktober bzw. im Herbst Traditionsfeuer abzubrennen?“, wollte Borchert wissen. Traditionsfeuer seien genehmigungsfähig. Vielleicht könne man die ausgefallenen Osterfeuer ja im Herbst nachholen. VON CHRISTIAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare