Zurzeit nur zehn Kinder in der Einrichtung, Gebäude ohne Blitzschutz

Mehmker Kita droht das Aus

Kita in Mehmke
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Die Kita in Mehmke wird zurzeit nur von zehn Kindern besucht. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig, die Zukunft der Kita daher offen.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Der Kita in Mehmke droht das Aus. Zurzeit wird die Einrichtung nur von zehn Kindern besucht, zudem ist das Gebäude stark sanierungsbedürftig und erfüllt nicht mehr die heute geltenden Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften. Wie und ob es mit der Kita in Mehmke überhaupt weitergehen kann, damit wird sich in Kürze der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf befassen.

„Wir sind sehr besorgt, wenn wir auf die Kita Mehmke schauen, aus wirtschaftlichen und aus pädagogischen Gründen“, sagte Susann Meinecke, pädagogische Kita-Fachberaterin der VG, während der jüngsten VG-Sozialausschusssitzung am Mittwoch, 6. Oktober, in Beetzendorf. Und fuhr fort: „Seit diesem Monat sind nur zehn Kinder in der Kita, davor waren es sogar nur neun. Die Einrichtung hat aber eine Betriebserlaubnis für 15 Kinder, und bis zu 19 können es sein.“ Auch 2022 würden es wohl nicht mehr als zwölf Kinder werden. „Wir werden die Betriebserlaubnis zu keinem Zeitpunkt erfüllen“, erklärte Meinecke. Von den zehn Kindern wohne nur eines in Mehmke, die anderen kämen von anderen Orten.

Aktuell seien in der Kita zwei Erzieherinnen beschäftigt, Personalausfälle müssten durch andere Einrichtungen ausgeglichen werden. Eine Arbeit „nach unserem Bildungsprogramm“ sei daher in Mehmke kaum möglich. Zudem hätten die Kinder durch die Vertretungen häufig wechselnde Bezugspersonen und die Eltern unterschiedliche Ansprechpartner.

Doch das sind noch nicht alle Probleme, die in Mehmke bestehen. Am Gebäude wären laut Meinecke größere Aufwendungen notwendig. Unter anderem gebe es keine Blitzschutzanlage und keine Sicherheitsbeleuchtung.

„Wir müssten ordentlich Geld in die Hand nehmen, wenn wir die Kita erhalten wollen“, stellte die Fachberaterin klar. Der Sozialausschussvorsitzende Günther Serien konnte dazu noch eine konkrete Zahl liefern: „Schon 2016 lag der Investitionsbedarf bei 255.000 Euro.“

Nach Aussage von VG-Bauamtsleiter Markus Starck seien die „machbaren Mängel“ bereits abgestellt worden, aber unter anderem gebe es keinen Blitz- und damit auch keinen Brandschutz.

Meinecke schlug den Ausschussmitgliedern vor, das Thema Kita Mehmke in den Fraktionen zu beraten. Ninett Schneider, Bürgermeisterin von Apenburg-Winterfeld, sagte: „Es müssen viele Fakten in die Waagschale geworfen werden. Wir sollten erst mal mit den Eltern sprechen.“

In der Sitzung meldete sich auch eine Erzieherin zu Wort, die bereits seit zehn Jahren in der Kita arbeite. Sie wies darauf hin, dass vor einigen Jahren noch drei Erzieherinnen in Mehmke gearbeitet hätten, aber mit weniger Stunden als heute. „Ich bin dafür, noch etwas abzuwarten“, sagte sie in der Hoffnung, dass bald wieder mehr Kinder die Kita besuchen.

Am Ende der Beratung brachte es Günther Serien auf den Punkt: „Die Kita Mehmke ist kritisch zu bewerten, eine Entscheidung ist in größerem Rahmen zu fällen.“

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