Apenburger lassen Ostertradition nicht ausfallen

Bunte Eier an der Burg

Kinder mit gefundenen Ostereiern vor der alten Burg in Apenburg
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Bei der Ostereiersuche in Apenburg am Sonntag, 4. April, wurden auch Jonas, Johanna, Maximilian und Helena auf der Wiese an der alten Burg fündig.

von Kai Zuber

„Wir haben auch schon die Bänke zum Saisonstart aufgestellt. Mit unserer Aktion wollen wir seitens der Arbeitsgruppe alte Burg unseren Jüngsten die regionale Historie aus der Zeit der Ritter und Burgfräulein nahebringen“, betonte Kintzel, der seine kleinen und großen Gäste zum Aufwärmen an der Feuerschale begrüßte.

Und während unweit der Burg schon die Störche klapperten, musste auch noch ein anderes Osterquiz gelöst werden: Die Frage, was zuerst da war, das Ei oder die Henne, war nämlich alljährlich zu Ostern wieder Gegenstand der Diskussion. Auch die Frage, ob und wie der Osterhase bei den brauchtumsgeschichtlichen Ostertraditionen mitmischte, ist uralt und rätselhaft.

Tatsache ist bis heute: Ostereier als Symbol bewegen sich zwischen Kunst und Kult. Und auch das wussten bereits zu Ritterzeiten die Mägde und Burgfräulein: Das Färben der Eier gelingt mit etwas Mühe auch ohne viel Chemie. Färbemittel aus der Natur sind heute beliebter den je: Kurkuma färbt Eier gelblich, herkömmliche Zwiebelschale färbt sie braun. Aus der Schale roter Zwiebeln lässt sich ein tolles Ocker zaubern, Rote Beete macht die Eierschalen rot, Rotbuschtee färbt sie orange und Spinat grün.

Doch wie entstand eigentlich das Osterbrauchtum? Alles begann mit den alten Germanen, von denen die Christen später einige Osterbräuche übernahmen. Die Germanen stellten sich den Winter als bösen Dämon vor. Umso größer war im Frühjahr die Freude, das Erwachen der Natur zu sehen.

Um diese Zeit wurde das Frühlingsfest der Germanen gefeiert. Dem Gott Donar zu Ehren wurde das Fruchtbarkeitssymbol als Opfer dargebracht – das Ei. Da sich die Altvorderen den Gott Donar als Rothaarigen und Rotbärtigen vorstellten, wurden die geweihten Eier auch rot bemalt. Rot ist die Farbe des Lebens und offenbar auch die erste Ostereierfarbe überhaupt.

Lange Zeit hatte das Christentum offenbar Probleme, die heidnischen Osterbräuche zu übernehmen. Um 1200 führte die Kirche dann aber die Segnung der Eier ein. Sie wurde zunächst am Osterfest auf dem Altar geweiht und kamen dann als Abgaben an die Klöster oder andere kirchliche Einrichtungen. Heidnische Bräuche haben die Zeiten bis heute überdauert: In Böhmen wurden Gründonnerstags-Eier über den Dachfirst geworfen und an der Stelle vergraben, wo sie auftrafen.

So sollte das Haus vor Blitz und Hagel geschützt werden. In der Schweiz sollten vergrabene Gründonnerstagseier Feuersbrünste verhindern. Geweihte Karfreitagseier sollten dagegen gegen eine Mäuseplage wirken. Und auch in der Altmark hielt sich lange ein besonderer Brauch. Demnach soll Wasser, in dem Ostereier gekocht werden, nicht achtlos fortgegossen werden. An die betreffende Stallwand gekippt, soll es das Wundscheuern der Kuheuter ein ganzes Jahr über verhindern.

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