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Keine Tiny-Häuser für Beetzendorfs neues Baugebiet

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Von: Christian Reuter

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Baugebiet
An der Binnenbreite in Beetzendorf (im Bild rechts) soll ein neues Baugebiet entstehen. Der Gemeinderat hat dazu bereits erste Vorbereitungen getroffen, die Planungen laufen. © Christian Reuter

An der Binnenbreite in Beetzendorf soll ein neues Baugebiet entstehen (AZ berichtete). Der Beetzendorfer Gemeinderat hat während seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend, 10. März, erneut über die Gestaltung des Areals beraten. Im Vordergrund standen dabei Fragen des Natur- und Umweltschutzes.

Beetzendorf. Um über das neue Baugebiet „Im Binnen“ diskutieren zu können, hatte die Gemeinde den Planer Olaf König eingeladen. „Aus den Stellungnahmen von Ämtern, Behörden und interessierten Bürgern ergeben sich einige Einwände, aber keine unlösbaren“, erklärte König zur Planung. Es gehe in erster Linie um naturschutzrechtliche Fragen.

So gebe es im südlichen Bereich des Areals eine Population von Zauneidechsen, die geschützt sei. Das sah der Planer allerdings nicht als größeres Problem an: „Die Tiere müssen eingesammelt und umgesiedelt werden.“ Zauneidechsen benötigten nicht viel mehr als ein paar Lehmkuhlen. Aber: „Umweltschutz geht uns alle an“, betonte Olaf König.

Im nördlichen Teil des künftigen Baugebietes gebe es einen schützenswerten Gebüsch-Bereich. „Das hat das Umweltamt so gesehen, wir nicht. Ich empfehle, dem nicht zu folgen“, sagte König. Im Plan werde der Bereich aber als Schutz- und Erhaltungszone ausgewiesen.

Es habe Anfragen von Bürgern gegeben, ob auf die 800 bis 1.000 Quadratmeter großen Grundstücke auch Tiny-Häuser mit 20 Quadratmetern Wohnfläche hingestellt werden können. „Diese Form der Bebauung haben wir ausgeschlossen, mindestens 75 Quadratmeter pro Haus sollten es sein“, stellte der Planer klar.

Beetzendorfs Vizebürgermeister Dietmar Sommer, der die Sitzung leitete, sagte, es habe bisher nur eine Anfrage für ein Tiny-Haus gegeben. Anschließend ließ er abstimmen, wer für eine Hausgröße von 75 Quadratmetern ist. Alle Ratsmitglieder sprachen sich dafür aus.

Längere Diskussionen gab es dann noch zu einigen Bäumen, die auf der Verlängerung des Amselweges stehen würden. Dafür könne es Ersatzpflanzungen geben, erklärte Birgit Izykowski vom Bauamt der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf. Und der Vizebürgermeister sagte dazu: „Ich halte es nicht für erforderlich, wegen zwei oder drei Linden das umzuplanen.“

Ratsherr Enrico Lehnemann meinte, wenn Natur einmal zerstört sei, sei sie nicht so einfach zu ersetzen. Das sah auch Ratsherr Jürgen Friedrichs ähnlich, der meinte, man müsse sich das mal vor Ort anschauen, was die Ratsmitglieder begrüßten.

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