Tourismuskonzept für Gemeinde Rohrberg vorgestellt

Kein Platz für Westernstadt am Ahlumer See

Tourismuskonzept
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Ein Tourismuskonzept für die Gemeinde Rohrberg stellte Amanda Hasenfusz am Dienstag, 10. August, im Gemeinderat vor. Der Schwerpunkt wird dabei auf den Ahlumer See (Projektentwurf im Bild) gelegt.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Die Gemeinde Rohrberg will in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren den Tourismus ausbauen. Dazu hatte die Gemeinde ein Tourismuskonzept in Auftrag gegeben, das während der jüngsten Ratssitzung am Dienstag, 10. August, von Amanda Hasenfusz vorgestellt wurde.

Das Konzept umfasse den Zeitraum von 2022 bis 2032 und sei von April bis Juni dieses Jahres erstellt worden, informierte Hasenfusz, die in Dahrendorf eine Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betreibt. In der Ratssitzung präsentierte sie eine Kurzform des eigentlich knapp 30 Seiten starken Tourismuskonzeptes. „Es analysiert den Istzustand und zeigt das Entwicklungspotenzial der Gemeinde auf“, erklärte die Planerin.

Schwerpunkt ihres Konzeptes ist der Ahlumer See „als Hotspot“, für den sie sich eine Vielzahl an Nutzungsoptionen vorstellen kann. Am nördlichen Ufer Plätze für Dauercamping, Wohnmobile und Wohnwagen, dazu einen Info-Stand zum Thema Gemeinschaftsgärten (mit wechselnden Ausstellungen zu Garten-Themen).

An der Ostseite des Sees sieht das Konzept einen Gemeinschafts- und Schulgarten sowie eine Streuobstwiese vor. Die „Alte Mühle“ soll in ein Village-Hostel (Dorfherberge) verwandelt werden. Weiterhin geplant sind eine Scheune mit Café, ein Imbiss, ein Regionalladen und eine Touristinformation. In diesem Bereich kann sich die Dahrendorferin auch Ausstellungen und Veranstaltungen vorstellen.

Am Westufer des Sees, dort, wo zurzeit noch die Westernstadt steht, plant sie einen Steinzeit-Abenteuerspielplatz, direkt daneben eine Mustergrabanlage „Megalith“. Außerdem noch einen Strandabschnitt mit Platz zum Zelten. Auf dem See sieht das Konzept eine Steganlage mit Außengastronomie und Café vor.

Hasenfusz wies darauf hin, dass viele Maßnahmen nur mithilfe von Fördermitteln umgesetzt werden könnten. Daher empfiehlt sie der Gemeinde Rohrberg, Mitglied im Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourismusverband zu werden und ein Logo bzw. eine Marke zu entwickeln. „Der Tourist will emotional angesprochen werden“, erklärte sie. Zudem sollten ehrenamtliche Gästeführer ausgebildet werden. Übernachtungsmöglichkeiten müssten ausgebaut, die Gastronomie aktiviert werden. Als weitere Maßnahmen zur Tourismusförderung nannte Hasenfusz Ladestationen für E-Autos und E-Bikes und das Auflegen von Wander- und Fahrradrouten.

„Ich war sehr begeistert beim ersten Lesen des Konzeptes“, sagte Bürgermeister Bernd-Heinrich Schulz, der an seine Ratsmitglieder appellierte, sich das Konzept ausführlich zu Hause durchzulesen.

Allerdings waren nicht alle Zuhörer am Dienstag, 10. August, so angetan vom Konzept wie der Bürgermeister. Norbert Wingenfelder, Vizepräsident des Harley-Davidson-Clubs „Ragtag“, hakte nach: „Warum setzen Sie nicht auf das, was am Ahlumer See schon seit Jahren erfolgreich ist? Könnte die Westernstadt nicht eine Bereicherung sein?“

Die Biker hatten am See in den letzten Jahren die Westernstadt errichtet, nach Auffassung der Gemeinde Rohrberg aber illegal.

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