Trockenzeit und Dürre ist aus Sicht vieler Jäger Notzeit / Stress für Wild

Kaum ein Schuss fällt im Wald

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Viele Weidmänner aus dem Altkreis Klötze der insgesamt sieben Hegeringe verzichten je nach Wettersituation aktuell auf die Jagd.

Tangeln / Klötze. Auch wenn es bis zum Start der Hauptjagdzeit Anfang September in Sachsen-Anhalt noch etwas Zeit ist und derzeit nur für ganz bestimmte Wildarten der Abschuss frei gegeben ist, so verzichten doch viele Grünröcke freiwillig auf die Jagd.

Die ist derzeit zum Beispiel auf Rehböcke, Sauen oder Rotwild möglich. 

„Ich lasse bei der Trockenheit die Jagd ruhen und fahre gar nicht raus. Auch viele meiner Jagdfreunde sind aktuell in den altmärkischen Forsten nicht aktiv“, sagte Bruno Gericke aus Tangeln der AZ auf Anfrage.

Hintergrund sind nicht nur allein die Hege und Schonung des Wildes sowie die Vermeidung von jeglichem Stress in der Dürrezeit. Die Weidmänner befürchten auch die Gefahr eines Feuers. Ein Brand kann derzeit im Wald nicht nur beim Abstellen des Autos auf trockenem Grund erfolgen, sondern auch bei einem Querschläger durch einen Schuss. Wenn ein Projektil zum Beispiel auf einen Stein trifft, kann sich unter Umständen ein Funke bilden und dabei trockenen Untergrund entzünden.

Viele Weidmänner aus dem Altkreis Klötze der insgesamt sieben Hegeringe aus Purnitzgrund, Beetzendorf, Quarnebeck/Immekath, Heidau/Drömling, Heidau/Hartau-Tal sowie Drömling lassen ebenfalls im sprichwörtlichen Sinne den Hahn ruhen und verzichten je nach Wettersituation aktuell auf die Jagd. Dazu kommt, dass bei Hitze und Trockenheit das Wild ohnehin lediglich in den frühen Abend- und Morgenstunden aktiv ist und am Tage tief in den Einständen und Dickungen steht. „Daher ist es am besten, das Wild und die Natur jetzt zu schonen“, meint Bruno Gericke. Die Trockenheit im Forst ist allerorts zu spüren: Vor allem frisch aufgeforstete Flächen und neu angelegte Baumkulturen sind betroffen. Junge Bäume lassen die Triebe hängen und drohen zu verdörren, während die betagten Baumriesen den Niederschlagsmangel eher kompensieren können.

Von Kai Zuber

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