Öffentliche Straße verunreinigt / Wochenlange Hängepartie der Ämter

Katzenstreu sorgt für Ekel-Alarm in Apenburg

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Die Schlaglöcher auf der öffentlichen Zufahrtsstraße in Apenburg sind gefüllt mit benutztem Katzenstreu. Neben der Suche nach dem Verantwortlichen bleibt die Frage der Beseitigung.

Apenburg. Es ist widerlich und erschütternd zugleich. In Apenburg gibt es derzeit einen besonders ekelhaften Fall von Verschmutzung. Eine Zufahrtsstraße zur Cheinitzer Straße in Apenburg ist übersät mit Katzenstreu in den Schlaglöchern – benutztes Streu mitsamt den Ausscheidungen.

Hinzu kommt, dass es neben dem Dreck auf der öffentlichen Straße ein langer Prozess bis zur Entfernung ist. „Das ist mir vor einem halben Jahr erst richtig aufgefallen und es wurde von Woche zu Woche mehr“, schildert Steffi Tanne nach einem Besuch bei ihrer Verwandtschaft, die an der Straße wohnt. Sie beschreibt: „Ich bin dann irgendwann zur Verbandsgemeinde nach Beetzendorf gegangen, wo meine Beschwerde aufgenommen wurde. “ Mit der Sache war sie offenbar nicht die Einzige. „Es waren wohl bereits mehrere Personen dort, die dieses Problem gemeldet hatten. Das konnte man raushören“, so Tanne. Nachdem allerdings nichts weiter passiert ist, erkundigte sich die Mutter einer eineinhalb Jahre alten Tochter zum wiederholten Male. Der Fall sei an das vermeintlich zuständige Veterinäramt weitergeleitet worden, sagte man ihr. Wieder geschah nichts. Auf Nachfrage beim Veterinäramt hieß es, man sei dafür nicht zuständig und habe den Fall wieder an die Verbandsgemeinde überstellt. Auf Nachfrage der AZ beim Veterinäramt Salzwedel gibt Ramon Rulff Auskunft zur Sachlage. „Unser Amt ist zuständig für sogenannte tierische Nebenprodukte – wie zum Beispiel verendete Tiere. Es handelt sich in diesem Fall allerdings um eine Sache, die das Abfallrecht betrifft. Für die Gefahrenabwehr ist nach Gesetz die Verbandsgemeinde zuständig. Deshalb haben wir das wieder zurückgeschickt“, so Rulff.

Das hilft den Anwohnern nicht viel weiter. „Ich frage mich, ob jeder einfach machen kann, was er will. Das ist doch Umweltverschmutzung und einfach nur eklig. In jeder Stadt wird sich gekümmert, um Hundekot zu beseitigen oder dementsprechende Maßnahmen gegen die Besitzer und Verursacher einzuleiten und hier bekommt man das nicht in den Griff“, empört sich Tanne. Sie ergänzt: „Meiner Kenntnis nach gehört Katzenstreu in die Restmülltonne und auf keine öffentliche Straße.“ Neben dem Gestank und des Anblicks macht sich die Mutter auch Sorgen um die Gesundheit, da im Streu und besonders den Exkrementen zahlreiche Krankheitserreger befinden könnten. „Da machen sich viele Menschen keine Gedanken. Muss denn erst einer schwer krank werden?“, so Tanne, die mutmaßlich im Namen vieler Anwohner ihrem Ärger deutlich Luft macht: „Es ist einfach wichtig, dass sich endlich mal einer darum kümmert und sich der Sache annimmt. Es kann nicht sein, dass das so lange dauert“, ärgert sich Tanne, die auch erwogen hat, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Der oder die Täter bleiben nebulös.

Wie geht es nun weiter? Die AZ informierte sich bei der Verbandsgemeinde. Bürgermeister Michael Olms zeigte sich auch sehr verärgert über die Verunreinigungen: „Ich kann so etwas einfach nicht verstehen. Das ist eine illegale Abfallbeseitigung. Wir haben den Fall dem Umweltamt gemeldet und warten nun auch auf eine Rückmeldung.“ Aber laut Verbandsgemeinde sei die Angelegenheit jetzt soweit geklärt und befindet sich in Bearbeitung. Somit werde nun zeitnah gehandelt, hieß es aus dem Rathaus.

Von Stefan Wasinski

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