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Ahlum. Katzenbabys ohne Ende – davon kann neben dem Tierheim in Hoyersburg auch die Ahlumer Einrichtung ein Lied singen.
„Auch unser Tierheim platzt zurzeit aus allen Nähten“, zeigt sich Tierheim-Chefin Ursula Lohse solidarisch mit dem Salzwedeler Tierschutzverein, der eine Kastrationspflicht für alle Katzen fordert. Auch dort sind „alle Anstrengungen, die Leute dazu zu bewegen, ihre Tiere freiwillig kastrieren zu lassen, leider fast komplett ins Leere gelaufen“, schildert die Tierfreundin. Dennoch glaubt sie nicht, dass eine Kastrationspflicht allein das Problem lösen wird. Sie glaubt vielmehr, dass ein Beispiel aus der Stadt Paderborn in der Altmark Schule machen sollte.
Ursula Lohse fragt: „Was nützt eine Verordnung, wenn sie nicht auch überprüft wird, und da sehe ich nicht, wie das gehen soll und wer diese Aufgabe zugewiesen bekommt“. Die Tierheim-Chefin aus dem Diesdorfer Ortsteil Molmke fragt sich zudem, wie die einzelnen Katzen überhaupt ihrem Besitzer zugeordnet werden sollen. Mit Einführung der Kastrationspflicht müsste es eine Chip- und Registrierpflicht geben, aber „das klappt nicht einmal bei den Hunden, wie soll das erst bei Katzen gehen?“
„Wenn bei uns die Städte dem Beispiel folgen, könnte viel Katzenelend verhindert werden“
Das Hauptproblem sieht Ursula Lohse nur zum Teil in privat gehaltenen Katzen. Das größere Problem sind nach ihrer Ansicht die vielen freilebenden Katzen, für die sich niemand zuständig fühlt. Und da ändere eine Verordnung allein nichts. „Einzig die Tierschutzvereine bemühen sich, das Problem in den Griff zu bekommen, indem man die freilebenden Katzen einfängt und kastrieren lässt“, schildert sie, „aber das kostet Geld, viel Geld sogar“. Und dieses Geld hätten die Tierschutzvereine nicht bzw. müssen es sich mühsam erbetteln.
Den einzigen Weg sieht Ursula Lohse vom Allgemeinen Tierhilfsdienst darin, dass Tierärzte nicht gezwungen werden, die Gebührenordnung auch bei der Kastration von freilebenden Katzen anzuwenden. Im Gegenzug müssten die Städte bereit sein, sich an den Kosten für diese Kastrationsaktionen zu beteiligen. Die Stadt Paderborn habe das erkannt und deshalb bei Erlass der Kastrationspflicht auch gleichzeitig 10 000 Euro in die Hand genommen und den Tierschutzvereinen so geholfen, die Kosten für die Kastration der freilebenden Katzen zu tragen.
Ursula Lohse: „Wenn bei uns die Städte dem Beispiel der Stadt Paderborn folgen würden, könnte auch in Sachsen-Anhalt bzw. in der Altmark viel Katzenelend verhindert werden.“
Von Ulrike Meineke