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„Es kann geschrotet werden“

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Diesdorfs Mühlenführer Alfred Henke (l.) freut sich über den guten Zustand des über 200 Jahre alten Holzriesen.
Diesdorfs Mühlenführer Alfred Henke (l.) freut sich über den guten Zustand des über 200 Jahre alten Holzriesen. © Zuber

Diesdorf. In der Herbstzeit ist Hochsaison für alle Windmühlen. Mit einer ganzen Reisegruppe von Mühlenfreunden aus Mecklenburg-Vorpommern war der renommierte Mühlenbauer Martin Zecher bereits diesen Sommer in die über 200 Jahre alte Bockwindmühle gekommen.

In den vergangenen Monaten erledigte der Meister nun den Feinschliff am tonnenschweren historischen Holzriesen im Diesdorfer Museum. Zechers Fazit: „Eigentlich könnte jetzt hier auch geschrotet werden.“

In der Mühle wurde eine neue Bütt aufgesetzt. Der Steinkranz, wo die Bütt aufsteht, wurde abgedichtet. „Das Ganze war vorher etwas russisch gemacht und ist jetzt verbessert worden“, erklärte Zecher der AZ auf Anfrage.

Auch ein Sichter wurde in der Mühle eingebaut. Sofern feine Siebe, die vor Ort vorhanden sind, eingesetzt werden, ist auch das Mahlen von Mehl in Diesdorf kein Problem. Für den Dreschkasten wurde aus Mecklenburg ein neuer Riemensatz geliefert.

Mühlenbau-Meister Martin Zecher hat seine Werkstatt im kleinen Ort Wittendörp zwischen Schwerin und Ludwigslust in West-Mecklenburg. Lang ist die Liste seiner Referenz-Objekte von Wasser- und Windmühlen in ganz Deutschland, zu denen auch die Diesdorfer Bockwindmühle gehört. Nach dem Umsetzen erfolgte dort der Einbau eines funktionsfähigen Mahlwerks und des so genannten Sichters, der feine von groben Bestandteilen trennt.

Bei der Bütt haben die Experten festgestellt, dass die Aufnahme der Haue des Mahlsteins (Läuferstein) etwas bröckelt, was eine sachgemäße Befestigung dieser nach sich zog. „Nun kann also alles richtig laufen. Man müsste sich nur einen Tag Zeit nehmen, um alles in Gang zu setzen“, so Meister Martin Zecher. Natürlich darf auch der nötige Wind nicht fehlen, um das ehrgeizige Unterfangen in die Tat umzusetzen.

Von Kai Zuber

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