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Jungstörche in Siedenlangenbeck mit GPS-Sendern ausgestattet

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Von: Christian Reuter

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Menschen und Storch
Dr. Michael Kaatz (l.) und Thomas Koberstein beim Anbringen eines GPS-Senders an einem Jungstorch in Siedenlangenbeck. Die Aktion wurde am Dienstag, 5. Juli, von den Schülern der 1. Klasse der Kuhfelder Grundschule neugierig beobachtet. © Christian Reuter

Drei Jungstörche wurden am Dienstag, 5. Juli, in Siedenlangenbeck beringt und mit GPS-Sendern versehen. Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie wollen mit dem Projekt nähere Informationen zum Zugverhalten der Vögel erhalten. Die Schüler der 1. Klasse der Kuhfelder Grundschule verfolgten die Aktion neben dem Storchennest mit großem Interesse.

Siedenlangenbeck. Etwa sieben bis acht Wochen alt sind die drei Jungstörche aus Siedenlangenbeck, berichtete Thomas Koberstein. Er beobachtet und betreut schon seit Jahren Störche rund um Salzwedel.

Am Dienstag, 5. Juli, hatte er sich prominente Hilfe nach Siedenlangenbeck geholt: Dr. Michael Kaatz, Leiter des Storchenhofes Loburg. Gemeinsam befestigten die beiden Männer an den drei Jungstörchen jeweils zwei Ringe an den Beinen und einen 30 Gramm leichten GPS-Sender auf dem Rücken. Ziel des Projektes des Max-Planck-Institutes sei es, herauszufinden, wie unterschiedlich sich die Vögel im Zugscheiden-Mischgebiet verhalten. „Ein Teil der Störche zieht nach Spanien, das sind die Westzieher. Und die anderen fliegen Richtung Türkei, das sind die Ostzieher“, erklärte Dr. Kaatz. Der Vater der drei Jungstörche aus Siedenlangenbeck sei ein Westzieher, die Mutter aber eine Ostzieherin.

Mensch und Storch
Thomas Koberstein mit einem von insgesamt drei Jungstörchen aus dem Nest in Siedenlangenbeck. Alle Tiere wurden am Dienstag, 5. Juli, beringt und mit einem GPS-Sender ausgestattet. © Christian Reuter

Der GPS-Sender enthalte einen Bewegungssensor und eine SIM-Karte. „Dadurch können die Daten auf dem Mobilfunknetz übertragen werden“, sagte Kaatz. Dank des Bewegungssensors könne man sehen, was die Vögel gerade machen, also ob sie etwas fressen oder fliegen. Die Bewegungen der Störche können im Internet unter www.movebank.org angeschaut werden. Billig sei das Ganze nicht, ein Sender koste ungefähr 1.500 Euro. Die GPS-Sender behalten die Störche nach Auskunft von Kaatz übrigens ein Leben lang, genauso wie die Ringe an beiden Füßen. Die Ringe dienten der Identifizierung der Störche, ähnlich wie beim Menschen der Personalausweis.

Die Schüler der 1. Klasse der Kuhfelder Grundschule unternahmen einen Wandertag zu der besonderen Aktion in Siedenlangenbeck.

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