Borchert will eine Einheit mit dem Hort / Kritik an der Verwaltung

Jübars Schule könnte Vorbild werden

Die Grundschule in Jübar: Hier könnte im Rahmen des Projektes „Klassenraum Plus“ ein deutschlandweit beachtetes Vorzeigeprojekt entstehen. Die Umgestaltung des Hauses war viel diskutiertes Thema im Gemeinderat.
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Die Grundschule in Jübar: Hier könnte im Rahmen des Projektes „Klassenraum Plus“ ein deutschlandweit beachtetes Vorzeigeprojekt entstehen. Die Umgestaltung des Hauses war viel diskutiertes Thema im Gemeinderat.

Jübar – Dass die Bundesregierung derzeit die Ganztagsschulen stärken will, spielt dem aktuellen Vorhaben in Jübar voll in die Karten. Das Projekt „Klassenraum Plus“ an der Grundschule Jübar steht daher ganz im Zeichen des Trends hin zur Ganztagsschule.

„Wegen der aktuellen Entwicklung in Berlin könnten wir mit unserem Vorstoß an der Jübarer Grundschule also nicht nur landesweit Vorreiter sein, sondern darüber hinaus auch noch als bundesweites Pilot-Projekt fungieren“, freute sich Carsten Borchert.

Der Jübarer Bürgermeister und CDU-Landtagsabgeordnete verwies auf die guten Erfahrungen der Ganztagsschulen in der DDR. „Da gab es ja fast nichts anderes und nach der Wende hat dann leider eine fehlgeleitete Politik genau dieses Erfolgskonzept kaputtgemacht. Ich möchte mich daher künftig auf Landesebene politisch dafür stark machen, dass diese Fehler wieder behoben werden“, so Borchert.

Aus seiner Sicht bilden Grundschule und Hort eine Einheit, was auch räumlich zum Tragen kommen müsse – genau so, wie derzeit in Jübar. „Leider waren die zuständigen Stellen der Verwaltung der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf nicht bereit, das enge Zusammenspiel von Hort und Grundschule zuzulassen“, kritisierte Borchert. Das habe letztendlich auch dazu geführt, dass die vom Jübarer Gemeinderat favorisierte Lösung erheblich teurer wurde. „Die Verdoppelung der Kosten von rund 35 000 Euro auf nunmehr 67 000 Euro sind dem Verhalten der Verbandsgemeinde-Führung geschuldet, die diese Kostenexplosion zu verantworten hat“, beschwerte sich der Jübarer.

Um das mögliche bundesweite Pilot-Projekt über Geld von der Gemeinde Jübar zu finanzieren, musste nun während der jüngsten Ratssitzung am Montag ein Nachtragshaushalt auf den Weg gebracht werden. Wie Carsten Borchert die AZ informierte, führte aber genau das zu einem Eklat. „Wir wollten eigentlich alle Ungereimtheiten aus der Welt schaffen und hatten viel Gesprächsbedarf, doch plötzlich verließ Beetzendorf-Diesdorfs Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms fluchtartig den Raum. Alle Ratsmitglieder und ich auch waren völlig baff. Ein solches Verhalten habe ich noch nicht erlebt“, berichtete Carsten Borchert der AZ. VON KAI ZUBER

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