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Unesco-Welterbe Drömling: Skeptiker äußern Bedenken

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Von: Kai Zuber

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Ein Mann steht hinter einem Tisch neben einem anderen Mann, der sitzend einige Dokumente unterschreibt.
Grünes Licht für den Unesco-Antrag: Im Gemeindeamt wartete Fred Baumann (l.) von der Naturparkverwaltung Drömling. Die diversen Dokumente unterzeichnete Jübars Bürgermeister Carsten Borchert nach der Abstimmung im Gemeinderat. © Zuber

Ein künftiger Unesco-Welterbe-Status für das Biosphärenreservat Drömling ist zwar für viele Bürger der Region äußerst erstrebenswert, er löst jedoch nicht bei allen Einwohnern Begeisterung aus.

Jübar – Vor allem Landwirte haben Bedenken wegen möglicher Restriktionen im künftigen Schutzgebiet. Auch bezüglich der Entwicklung der Region bei Bauprojekten, Straßen oder ähnlichen Vorhaben gebe es im Falle eines von der Unesco genehmigten Welterbe-Status sicherlich höhere Hürden, meinte am Donnerstag zum Beispiel der Jübarer Ratsherr Wilfried Schierhorn während der jüngsten Ratssitzung.

Eine Flussauenlandschaft im Gegenlicht.
„Land der tausend Gräben“ wird das Biosphären-Reservat Drömling auch genannt. Eine Unterschutzstellung als Unesco-Natur-Welterbe wäre sozusagen der „Ritterschlag“ für diese einzigartige Region. © Kai Zuber

Dort stand bereits Fred Baumann von der Drömlings-Naturparkverwaltung mit mehreren Mappen in den Startlöchern. Diese diversen Dokumente sollte Jübars Bürgermeister Carsten Borchert nach der Abstimmung im Rat unterzeichnen. Hintergrund: Jübar ist mit seiner Exklave von 22 Hektar Gemarkungsland mitten im Reservat die letzte Kommune, von der noch die Unterschrift fehlt (wir berichteten). Fazit bei der Ratsabstimmung: eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Damit war die Beschlussvorlage angenommen und dem Unesco-Antrag steht nun nichts mehr im Wege. Wilfried Schierhorn befürchtet jedoch Probleme, wenn zum Beispiel einmal eine Autobahn in der Region gebaut werden soll, oder die Ortsumgehung für Brome endlich kommt. „Und auch der Bau von Großbetrieben wäre dann sicherlich nicht mehr so einfach. Wir sollten uns das nicht überstülpen lassen“, so der Ratsherr, doch die Mehrheit war anderer Meinung.

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