110 Jahre und fit wie nie

Diesdorfer Feuerwehr demonstriert zum Jubiläum ihr Können

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Binnen von Sekunden gelöscht: In einem alten Blechcontainer, welcher als Wohnzimmer ausgestattet war, simulierte die Diesdorfer Jubiläumstruppe einen Hausbrand.

Diesdorf – Genau 55 Einwohner fanden sich vor 110 Jahren in Diesdorf zusammen, um gemeinsam die Freiwillige Feuerwehr aus der Taufe zu heben.

Laut Chronik gab seinerzeit der Ortsvorsteher Bormann den Vorstand bekannt: Erster Brandmeister war demnach der Brauereibesitzer Max Eiermann. Sein Stellvertreter wurde der Schuhmacher Neuschulz, Schriftführer der Lehrer und Kantor Emil Kundler und Kassierer war der Diesdorfer Kaufmann Holtmann.

Über diese Zeit bis heute hat die nunmehr 36 aktive Kameraden starke Truppe, die derzeit unterstützt wird von 17 Aktiven der Löschgruppe Dülseberg, zahlreiche Menschenleben gerettet, Tiere aus Notlagen befreit und zahllose Brände gelöscht.

Seit der Gründung der Truppe im Jahre 1909 wurde die Wehr durch die Folge zweier Weltkriege stark ausgedünnt und hat sich trotz dieser Rückschläge bis heute bewährt.

Hunderte Gäste verfolgten am Sonnabend hinter den Absperrbändern die simulierten Einsätze.

Am Wochenende feierte die Freiwillige Feuerwehr stolz ihr 110-jähriges Bestehen. Den Startschuss dazu gaben die Aktiven um Wehrleiter Mario Meier bereits am Sonnabend mit einem großen Umzug samt Schalmeinenkapelle durch den Ort. Wenige Minuten später sammelte sich die Mannschaft dann am Gerätehaus zur dreiteiligen Schauvorführung. Egal ob Unfall, Rettung oder Wohnungsbrand – zum 110-jährigen Jubiläum der Diesdorfer Feuerwehr demonstrierte die Truppe vor hunderten Gästen eindrucksvoll das gewaltige Spektrum ihres Könnens. Dramatisch war bereits der Auftakt: Zunächst qualmte es aus einem Giebelfenster des ehemaligen Kornhauses. Hilferufe waren zu hören.

Im Nachthemd gerettet: Ramona Meier mimte die verletzte Person. Nils Leitloff kümmert sich.

Mit Unterstützung der Drehleiter aus Wittingen begann die Rettung der Personen (Ramona Meier) aus luftiger Höhe. Aus Sicherheitsgründen wurde allerdings aber nur ein Dummy, also eine Puppe, auf die weiche Sprungfläche am Boden geworfen.

DLRG und Feuerwehr arbeiten Hand in Hand: Die verletzte Person wird abtransportiert.

Anschließend übernahm das Team der Diesdorfer DLRG-Ortsgruppe um Florian Schulz, Steffen Schulz und Nils Leitloff als Erstretter die Versorgung der Verletzten. Nun ging es Schlag auf Schlag: In einem alten Blechcontainer, welcher als Wohnzimmer ausgestattet war, simulierte die Diesdorfer Jubiläumstruppe einen Hausbrand, der durch ein defektes Elektrogerät ausgelöst wurde. Binnen von wenigen Sekunden war das Feuer unter Kontrolle.

Zwischendurch mussten die Aktiven dann noch zu einem echten Stoppelbrand ausrücken und auch der war schnell gelöscht. Dann ging es am Gerätehaus weiter, wo mittels der von Ingo Müller aus Dähre bereitgestellten Fahrzeuge der Einsatz bei einem Verkehrsunfall (eingeklemmte Person) demonstriert wurde: Von einem am Kran befestigten Seil wurde ein Pkw ausgeklinkt und der freie Fall des Autos aus der Höhe ergab einen simulierten Zusammenprall bei etwa Tempo 50.

Mit Schere und Spreizer zerlegte die Wehr einen Pkw, der binnen von Minuten zu einem Cabrio wurde. Die Zuschauer waren begeistert. Wenige Meter weiter zeigte auch die Jugendwehr ihr Können.

Mit Schere und Spreizer zerlegte die Wehr den Pkw, der binnen von Minuten zu einem Cabrio wurde. Die Zuschauer waren begeistert und applaudierten, während wenige Meter weiter auch der Nachwuchs der Jugendwehr sein Können zeigte. Die TS-Freunde Wöpel stellten ihre Technik aus, ebenso präsentierte sich der Oldtimer-Löschzug aus Salzwedel.

Nach dem Tanzabend mit „Age in trouble“ leerten die Gäste dann am gestrigen Sonntag beim Frühschoppen 50 Liter Freibier, bevor am Gerätehaus dann der große Tag der offenen Tür startete. Während der offiziellen Feierstunde wurden die verdienten Aktiven Hartmut Schulz und Helfried Kunz aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Über die vorgenommenen Ehrungen und Auszeichnungen lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.

VON KAI ZUBER

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