Landesmeisterschaften in Apenburg: Bogenschützen legen auf Tier-Figuren an

Zwischen Apenburg und Cheinitz: Jagdsaison auf Plastik-Hirsche eröffnet

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Siegerfoto mit Krokodil und Steinbock: Frank Schlüter (v.l., Vize-Landesmeister Blankbogen Master), Werner Schönhoff (Landesmeister Compound Master) und Edgar Lutz (Vize-Landesmeister Compund Master).

Apenburg / Siedendolsleben – Die altmärkischen Jäger haben bereits mit ihrem Weidwerk auf echtes Wild begonnen. Nun ist auch die Jagdsaison auf Plastik-Rehböcke eröffnet.

Am Sonnabend wurden auf dem Schießstand zwischen Apenburg und Cheinitz die Landesmeisterschaften der 3-D-Bogenschützen veranstaltet.

Für Jäger ein eher ungewöhnlicher Anblick: Vor diesem Hochsitz stand am Sonnabend ein Plastik-Hirsch.

Wie der Name schon verrät, geht es beim 3-D-Schießen dreidimensional zu. Statt auf Scheiben, legten die 25 teilnehmenden Bogenschützen aus ganz Sachsen-Anhalt auf Tier-Figuren an. Als Plastik-Ziele hatten die Organisatoren neben Rehen und Hirschen einen Steinbock in Original-Größe, einen Bären, eine Ente, einen Fuchs und sogar ein Krokodil mitgebracht. Alle diese Kunststoff-Tiere waren in der Feldmark in einem Parcours aufgebaut. Geschossen wurde unter anderem mit dem Compound-Bogen, Recurve-, Lang- und Jagdbogen oder mit dem Blankbogen und natürlich mit speziellen Pfeilen.

Zwei mal zwölf Ziele galt es im Zwei-Pfeil-Modus, bei der Wertung zu treffen. Die Ziele für Schüler stehen auf einer Distanz von bis zu 25 Metern. Die weitesten Ziele sind sogar maximal 45 Meter von den Schützen entfernt. Statt auf dem Schießplatz auf Scheiben anzulegen geht es beim 3-D-Bogenschießen ins Gelände.

„Immer auf Scheiben zu schießen, ist für viele langweilig. Aber einige lehnen diese Art des Bogenschießens ab, weil auf Tiere geschossen wird – auch wenn es nur Figuren sind“, erklärt Cynthia Freywald. Sie kommt aus Siedendolsleben und hat als Meisterin im Bogensport schon etliche Preise abgeräumt. Holger Neuhaus ist Trainer im Bogenschießen. Er lehnt die Jagd mit Pfeil und Bogen auf richtiges Wild wegen Tierquälerei ab. „Da bin ich absolut dagegen, auch wenn das ja teilweise in den USA erlaubt ist“, betont Neuhaus. Dennoch: Das 3-D-Bogenschießen ist in Sachsen-Anhalt im Kommen. Angelika Freywald aus Siedendolsleben ist Landesbogen-Referentin und hat den landesweiten Wettkampf am Sonnabend in Apenburg maßgeblich mit organisiert. „Ich denke, dass wir in den kommenden Jahren weiter Zulauf bei diesem Sport haben“, erklärt die sympathische Dame.

3-D liegt also voll im Trend. Die „tierischen“ Ziele im Parcours sind meist vorgegeben und sollten mit einer bestimmten Anzahl von Pfeilschüssen erlegt beziehungsweise in der farblich markierten Trefferzone getroffen werden. Auch das Schießen von Hochständen oder durch Astgabeln hindurch stellt einen Teil des Sports dar. Der Schwierigkeitsgrad wird erhöht durch Unebenheiten im Gelände und das nötige Entfernungsschätzen bei unterschiedlichen Distanzen.

Nach den erfolgreich verlaufenden Landesmeisterschaften in der Altmark fuhr Holger Neuhaus am Abend den Parcours ab, um die aufgestellten Kunststoff-Ziele wieder einzusammeln.

„Das hat alles super geklappt und die Organisation des Turniers war hervorragend“, lobten die Sieger mit Pfeil und Bogen, Frank Schlüter, Werner Schönhoff und Edgar Lutz am Ende. Viele der Bogensportler hatten eine weite Anreise, die sich jedoch für sie gelohnt hat.

VON KAI ZUBER

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