„Interne Querelen“

Diesdorfer DLRG: Insolvenz nur knapp abgewendet – Chef Nils Leitloff zurückgetreten

Nils Leitloff trat als Vorsitzender der Diesdorfer DLRG-Ortsgruppe zurück.
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Nils Leitloff trat als Vorsitzender der Diesdorfer DLRG-Ortsgruppe zurück.

Diesdorf – Finanzielle Probleme plagen derzeit die Diesdorfer Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Das bestätigte am Dienstag, 12. Januar, auf Anfrage Holger Friedrich, Landesgeschäftsführer der DLRG.

Die Folge der Querelen: Nils Leitloff ist als Chef der Diesdorfer DLRG-Ortsgruppe zurückgetreten. Demnächst ist eine Mitgliederversammlung geplant, wo in der Angelegenheit reiner Tisch gemacht werden und die Ortsgruppe wieder in ruhiges Fahrwasser überführt werden soll.

Es gehe um eine höhere Summe an Forderungen von diversen Gläubigern gegenüber der Ortsgruppe, die sich anhäufte, als in den vergangenen Monaten größere Mengen Material und Ausrüstung bestellt wurde, ließ Friedrich im Gespräch mit der AZ anklingen.

„In den vergangenen Wochen halfen wir daher mit, eine Menge dieser Gläubiger zu bedienen, doch zum Glück waren die meisten von ihnen recht kooperativ“, so der Landesgeschäftsführer. Zwei Mitglieder der Diesdorfer Ortsgruppe seien derzeit sehr bemüht, die Probleme zu beheben und klar Schiff zu machen.

„Wir als Landesverband begrüßen das, denn wir wollen, dass die Ortsgruppe erhalten bleibt. Aktuell ist die drohende Insolvenz aber vom Tisch. Es scheint so, als ob die Diesdorfer Ortsgruppe noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen und jetzt auf einem guten Weg ist“, meint Holger Friedrich. Vom hohen Schuldenberg sei die Truppe schon ein gutes Stück heruntergekommen, hieß es weiter.

Boot, Fahrzeuge, Rettungseinsatz-Konzept (First Responder), Räumlichkeiten im Diesdorfer Rathaus und Flug-Drohne – alles das kam in den vergangenen Tagen auf den Prüfstand. „Ein Fahrzeug und das Boot sollte die Gruppe schon für ihre Arbeit behalten.

Die vertraglich vereinbarten Einsätze in den von der Ortsgruppe betreuten Freibädern, darunter in Apenburg, sollen weiter laufen.

Die seinerzeit von der Ortsgruppe beschaffte Drohne dagegen ist nicht unbedingt notwendig, zumal das Fluggerät bei Einsätzen wegen der strengen Auflagen nur bedingt zur Anwendung kommen darf“, erklärte Holger Friedrich.

„Ich bin wegen interner Probleme als Vorsitzender zurückgetreten“, bestätigte am Dienstag, 12. Januar, Nils Leitloff. Der Abbendorfer hatte die Diesdorfer Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft seinerzeit mit viel Engagement gegründet.

„Ich bin aber noch als Mitglied engagiert, auch die vertraglich vereinbarten Einsätze in den von uns betreuten Freibädern, darunter in Apenburg, laufen weiter“, erklärte Leitloff.

Er war für sein ehrenamtliches Engagement Mitte des vergangenen Jahres vom Altmarkkreis Salzwedel noch mit dem Bürgerpreis im Diesdorfer Freilichtmuseum geehrt worden.

Im benachbarten Diesdorfer Erlebnisbad hatte es in der vergangenen Saison bereits von Eltern Kritik gegeben, weil es aus ihrer Sicht die Ortsgruppe nicht schaffte, einen ordentlichen Schwimmkurs für die Kinder zu organisieren und diese ins benachbarte Waldbad Dähre ausweichen mussten, wo es ebenfalls eine sehr engagierte DLRG-Truppe gibt.

Wir haben leider auch als Landesverband einen gewissen Imageverlust zu tragen, wenn es solche ernsthaften Querelen in einer Ortsgruppe gibt.

Holger Friedrich, DLRG-Landesgeschäftsführer

„Wir haben leider auch als Landesverband einen gewissen Imageverlust zu tragen, wenn es solche ernsthaften Querelen in einer Ortsgruppe gibt. Doch wir unterstützen nach Kräften die neue Führungsspitze der Diesdorfer DLRG und blicken nach vorn. Der Vorstand bemüht sich derzeit, alle Probleme ordnungsgemäß aufzuarbeiten“, betonte Holger Friedrich abschließend.

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