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Bestattungswald Beetzendorf: Letzte Ruhe unter stattlichen Kronen

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Von: Kai Zuber

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Auf einem verwilderten Friedhof liegen im Gras versteckt mehrere Grabsteine, während im Hintergrund auf einem Hügel ein steinernes Kreuz in den Himmel ragt.
Auf dem Gelände des alten und zum Teil verwilderten Gutsfriedhofes auf dem Eiskuhlenberg gedeiht auf mehreren Hektar ein lauschiger Eichen- und Buchenwald, wo künftig die Bestattung von Urnen möglich sein soll. © Kai Zuber

Nach wochenlangem Stillstand scheint jetzt etwas Bewegung in die weitere konkrete Planung in Sachen Beetzendorfer Bestattungswald auf dem Eiskuhlenberg gekommen zu sein. Immerhin steht fest: Das Projekt soll fortgesetzt werden.

Beetzendorf – „Ich finde, dass ist für den Ort und unsere Gemeinde eine gute Sache und daher wollen wir auch an die bereits eingeleiteten Schritte anknüpfen“, sagte Beetzendorfs Bürgermeister Enrico Lehnemann der AZ. Der Ortschef glaube ferner, dass es am Ende für den Bestattungswald die entsprechende Nachfrage gibt. Das Beetzendorfer Ordnungsamt der Verbandsgemeinde-Verwaltung soll daher einen Termin mit dem Initiator Graf Johann-Matthias von der Schulenburg machen. Im Vorfeld hat es bereits eine Abstimmung mit dem Altmarkkreis zu dem angeschobenen Projekt gegeben. Das Ergebnis fasst die Gemeinde nun so zusammen: Zwei betreffende Flurstücke am Beetzendorfer Eiskuhlenberg besitzen, anders als zuvor vermutet, keinen Naturschutz-Charakter. „Das bedeutet, diese Flurstücke können für das Projekt genutzt werden“, teilte Enrico Lehnemann mit. Wodurch die lange Verzögerung zustande kam, das wollte der Bürgermeister jedoch nicht kommentieren. Denn: Auch das Landesverwaltungsamt hatte die Projektunterlagen bereits zur Prüfung vorliegen. Projekt-Initiator Graf Johann-Matthias von der Schulenburg zeigte sich als Waldbesitzer bereits im Vorfeld unzufrieden mit der langwierigen Bürokratie-Phase.

Hintergrund des Vorhabens: Auf dem Gelände des alten und zum Teil verwilderten Gutsfriedhofes auf dem Eiskuhlenberg gedeiht auf mehreren Hektar ein lauschiger Eichen- und Buchenwald, wo künftig die Bestattung von Urnen möglich sein könnte. Der Bestattungswald könnte, wenn es wie angedacht umgesetzt wird, der erste dieser Art in der Region werden. Das Konzept dazu hat die Familie der Grafen von der Schulenburg als Grundstückseigentümer bereits öffentlich vorgestellt (wir berichteten). Auch mehrere Beetzendorfer Bürger befürworten das Projekt. Die Idee dahinter: Viele Menschen umgibt schon zu Lebzeiten der Wunsch eines späteren Abschieds in der Natur. Der Bestattungswald bietet dafür würdevolle Ruhestätten in unterschiedlichster Prägung. Zugleich schafft er für die Hinterbliebenen einen Ort des Erinnerns und schenkt ihnen in ihrer Trauer neue Lebenskraft. Der ehrwürdige Bestand heimischer Baumarten verleiht dem Bestattungswald am Eiskuhlenberg sein einzigartiges Erscheinungsbild.

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