CDU verpasst Direktmandat

In der VG holt Uwe Harms die meisten Stimmen, aber nicht in der Altmark

Stimmenauszählung der Bundestagswahl
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Alles mit Maske: Die Stimmenauszählung im Wahllokal Jübar ging reibungslos vonstatten.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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  • Kai Zuber
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Rund 60,4 Millionen Deutsche waren am Sonntag, 26. September, zur Wahl des neuen Bundestags aufgerufen, wo dieses Mal 47 Parteien um die Wählergunst buhlten. Für Uwe Harms (CDU) wurde der Abend zu einer Zitterpartie, die am Ende für den Klötzer nicht gut ausging. 

Harms registrierte bei seiner eigenen Wahlparty in der Jübarer „Kastanie“ zwar in der Region Beetzendorf-Diesdorf ein akzeptables Ergebnis (25,93 Prozent bei den Erststimmen), am Ende reichte es für ihn jedoch nicht für das Direktmandat. Denn bereits bei den Zweitstimmen in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf zischte die SPD mit 26,05 Prozent an der CDU (21,31 Prozent) vorbei. Von 10.821 Wahlberechtigten in der VG nutzten 7.803 ihre Chance zur Stimmenabgabe, was eine gute Wahlbeteiligung von 72,11 Prozent ausmacht. Das Direktmandat für den Einzug ins Bundestagsparlament holte am Sonntag der Stendaler Dr. Herbert Wollmann (SPD). Er setzte sich am Ende insgesamt im Wahlkreis 66 (Altmark) mit 27,5 Prozent der Erststimmen gegen Uwe Harms (CDU/21,8 Prozent) durch, gefolgt von Arno Bausemer aus Stendal (AfD/19,4 Prozent). Harms verpasste auch den Sprung in den Bundestag via CDU-Landesliste, was während der Wahlparty in Jübar bittere Enttäuschung auslöste. Und hinter vorgehaltener Hand war auch unter den Gästen schnell ein maßgeblicher Mitschuldiger ausgemacht: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet. Mit einem Lachen zu den Flutopfern und dann noch direkt am Wahlmorgen eine weitere Panne mit einem falsch gefalteten Stimmzettel – das sei peinlich gewesen und habe viele Stimmen gekostet, hieß es gleich von mehreren Gästen in Jübar. Gegen 19.45 Uhr war dieser von vielen gefürchtete „Bundestrend auch in der Altmark angekommen“, wie der Stendaler CDU-Kreisvorsitzende Chris Schulenburg am Sonntag in der „Kastanie“ realisieren musste. Uwe Harms versuchte zwar am Wahlabend noch, mit seinem Lieblingsthema Atommüll-Endlager zu punkten, dass er in der Altmark wegen der vielen alten Erdgas-Bohrlöcher für „absolut unmöglich“ hielt – aber zu spät. Die Würfel waren bereits gefallen: Die CDU, bislang immer eine sichere Bank in der Altmark, hat deutlich Federn lassen müssen. Viele Wähler wanderten zur SPD ab.

Uwe Harms (rechts) registrierte zwar in der Region ein gutes Ergebnis, am Ende reichte es für ihn jedoch nicht.

Bei den Erststimmen holte Uwe Harms (CDU) in der Verbandsgemeinde 25,93 Prozent und lag damit dort vor Dr. Herbert Wollmann (SPD), der 23,69 Prozent erzielte und Arno Bausemer (AfD, 18,31 Prozent). Deutlich abgeschlagen auf dem 4. Platz landete Matthias Höhn (Die Linke) mit 9,51 Prozent, dahinter folgten Dr. Marcus Faber (FDP, 7,54 Prozent), Gregor Laukert (Grüne, 5,68 Prozent) und Nils Krümmel (Freie Wähler, 5,57 Prozent).

Prof. Dr. Martin Schwab (dieBasis) konnte lediglich 3,3 Prozent der Wähler überzeugen, die Erststimme für ihn abzugeben. Am wenigsten Stimmen bekamen die beiden Einzelbewerber Heiko Janowski (0,39 Prozent) und Danny Bibiella (0,06 Prozent).

Bei den Zweitstimmen lag die SPD in der VG mit 26,05 Prozent deutlich vor der CDU (21,31 Prozent) und der AfD (18,79 Prozent). Die Linke kam auf 8,97 Prozent, die FDP auf 8,64 Prozent und die Grünen auf 7,04 Prozent. Etwas überraschend holte die Partei Die Basis mit 3,12 Prozent mehr Stimmen als die Freien Wähler (2,68 Prozent).

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