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Rätsel in 24 Fenstern: Advent in der alten Diesdorfer Darre

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Von: Kai Zuber

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Auf einem liegenden Wagenrad leuchten zahlreiche im Kreis angeordnete elektrische Kerzen.
Advent an der Darre in Diesdorf: Für alle Kinder gibt es auch in diesem Jahr an der Stirnseite des Gebäudes zur Hauptstraße hin wieder das beliebte Adventsrätsel. © Kai Zuber

Wie bereits in den vergangenen Jahren, gibt es auch in der diesjährigen Adventszeit den beliebten Rätselkalender an der Diesdorfer Darre. Gestaltet wurde er wieder von Mitgliedern des Fördervereins. Die drei spitzbögigen Fenster an der Giebelseite der Darre zur Hauptstraße hin mit ihren 24 quadratischen Scheiben eignen sich für das Adventsrätsel besonders. Thematisiert werden darin wieder einmal die Geschichten der Gebrüder Grimm.

Diesdorf – Und so wird es gemacht: Sechs Märchentitel werden vorgegeben, und jeder der miträtseln möchte, such die drei, vier oder fünf Bildmotive aus, die zu dem Märchen passen. Die Lösungen können dann von den teilnehmenden Kindern wieder in den Flyer-Kasten an der Darre gesteckt werden. „Allerdings kann es die vollständige Lösung erst nach dem 24. Dezember geben“, so die Initiatoren des Darre-Fördervereins. An der Diesdorfer Darre wird das Warten bis Heiligabend im wahrsten Sinne zum Kinderspiel. Hintergrund des Advents: Im 19. Jahrhundert war es Brauch, vom 1. Dezember an durch Kreidestriche an der Tür das Herannahen des Festes anzuzeigen. Die klassische Form des Adventskalenders erfand die Frau des Pfarrers Lang in Maulbronn, die 24 Felder auf einen Karton zeichnete und in jedes ein Gebäckstück legte, um ihren Sohn das Warten zu erleichtern. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde aus dieser „Urform“ des Weihnachtskalenders dann erstmals ein Kalender mit bunten Bildern, so wie er heute üblich ist. Der Pastorensohn Gerhard Lang gilt als dessen Erfinder.

Ursprünglich war der Advent im christlichen Jahreskreis eine stille Zeit der Einkehr und des Fastens. Die Ankunft Christi am Weihnachtstag wurde vorbereitet. Enthaltsamkeit im Advent bedeutete früher, dass während dieser Zeit nicht getanzt werden durfte. Spiel und Theater wurden eingeschränkt, auch Ehen wurden nicht geschlossen. Von Mitte November bis Weihnachten wurde gefastet. Die eigentliche Adventsfeier wurde im Jahre 836 im deutschen Sprachgebiet eingeführt. Darauf einigte sich die damalige Kirchenversammlung in Aachen. Etwas älter als der Weihnachtsbaum ist der Adventskranz, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Einzug in die deutschen Wohnzimmer hielt. Bereits 1839 ließ der evangelische Theologe Johann Wichern in Hamburg einen hölzernen Leuchter mit 23 Kerzen aufhängen, mit 19 kleinen Kerzen für die Werktage und vier dicken für die Sonntage. Grundsätzlich geht die Tradition des Flechtens von Kränzen jedoch in die vorchristliche Zeit zurück. Vorläufer des Adventskranzes gibt es auch schon im Jahr 1711 in Berlin, wo „Christ- und Lichterkronen“ von den Kirchenobersten nicht immer erwünscht waren. Zwischen 1860 und 1900 verbreitete sich die Sitte des Adventskranzes in Norddeutschland und in der Altmark. Neben dem Christkind setzte sich bis 1930 auch der Weihnachtsmann durch. Kurze Zeit später gründete Richard Sellmer 1946 in Stuttgart einen Verlag, wo die ersten Adventskalender nach dem Zweiten Weltkrieg produziert wurden.

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