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In Beetzendorf und Diesdorf werden Kraftstoffe schon gehortet

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Von: Christian Reuter

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Tankstelle
An der Tankstelle Q1 am Warthe-Kreisel kostete der Liter Diesel am Donnerstagmittag, 10. März, 2,32 Euro, für Benzin mussten die Autofahrer 2,14 Euro bezahlen. Wegen der hohen Preise wird zumindest dort aktuell weniger getankt. © Christian Reuter

Die Spritpreise sind infolge des Ukraine-Krieges in den vergangenen Tagen geradezu explodiert. Der Dieselpreis stieg innerhalb nur einer Woche um rund 40 Cent, Super E 10 wurde um fast 28 Cent teurer. Wie wirken sich die rasant gestiegenen Preise auf das Verhalten der Autofahrer aus? Wird jetzt weniger getankt, oder horten einige vielleicht schon Kraftstoffe zu Hause, weil sie noch höhere Preise befürchten? Die Altmark-Zeitung fragte bei Tankstellen in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf und in der Hansestadt Salzwedel nach.

Beetzendorf / Salzwedel. „Wir beobachten vermehrte Betankungen“, sagt Mathias Metzdorf, Mitarbeiter im Bereich Energie der Genossenschaft VR Plus Altmark-Wendland, die auch die Tankstelle in Beetzendorf betreibt. Allerdings habe sich am dortigen Volumen nicht viel geändert. Der Staat profitiere allerdings wegen der deutlich höheren Erlöse von den hohen Spritpreisen, weil dadurch auch der Anteil der Steuern erheblich steige.

„Wir als VR Plus kaufen weiterhin so günstig wie möglich unsere Kraftstoffe ein. Aktuell ist der Markt sehr nervös, und auch die Einkaufspreise ändern sich in großen Sprüngen. Das führt dazu, dass wir auch an der Säule stärkere Schwankungen haben, als vor Beginn der Krise“, erläutert Metzdorf.

Hamsterkäufe scheint es auch an der Tankstelle in Diesdorf zu geben, die zur Raiffeisen Waren GmbH gehört. „Die Leute tanken trotz der hohen Preise, und sie horten die Kraftstoffe. Kanister werden bei uns jetzt öfters gefüllt“, teilt Stationsleiterin Cordula Brunke mit. Es werde also nicht weniger getankt als vor dem Ukraine-Krieg, sondern eher mehr. Außerdem sei der Umsatz im Shop der Tankstelle unverändert. „Bockwurst und belegte Brötchen werden weiter wie bisher verkauft“, sagt Brunke.

Im Gegensatz zu Beetzendorf und Diesdorf wird in Salzwedel aufgrund der gestiegenen Preise offensichtlich weniger getankt. „Wir sind jetzt bessere Putzkräfte“, klagt Heike Burchardt, Pächterin der SB-Tankstelle, die zu Shell gehört.

„Ich habe mich gerade bei meiner Gesellschaft beschwert, weil es bei uns besonders teuer ist. In der Antwort heißt es, die höchst dynamische Situation erfordere eine stetige Anpassung der Preise. Und es wird um Verständnis gebeten für die derzeitige Marktlage“, erklärt die Pächterin. Unter den Mitarbeitern der Tankstelle gebe es schon interne Wetten, wie hoch die Preise noch steigen würden. Da seien Werte von 2,50 Euro und sogar 3,00 Euro dabei. Was Burchardt auch ärgert: „Nicht nur der Verkauf von Kraftstoffen ist deutlich zurückgegangen, sondern auch der Verkauf der Shop-Artikel. Die Leute überlegen sich bei diesen Preisen dann schon, ob sie noch einen Riegel mitnehmen.“

„Ein bisschen weniger Umsatz“ gibt es derzeit laut des Eigentümers Norbert Schilling bei der freien Tankstelle Q1 am Warthe-Kreisel in Salzwedel. „Die Leute, die fahren müssen, die müssen fahren. Aber sie sind verärgert.“ Manch einer überlege nun, ob er den Zweitwagen abschaffen oder ein kleineres Auto kaufen solle.

Schilling meint, dass viele Menschen nicht das für sie passende Auto fahren würden, was an fehlender Aufklärung der Autohändler liege. „Der Händler muss zuerst fragen, wie viele Kilometer mit dem Auto gefahren werden.“ Um zum Beispiel nur in den Urlaub zu fahren, müsse man kein großes Auto kaufen, man könne es auch mieten, sagt Norbert Schilling.

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