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2024 könnte Ausbau von Wegen im Raum Apenburg beginnen

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Von: Christian Reuter

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Die Karte zeigt das Gebiet um Klein Apenburg, das vom Bodenordnungsverfahren Apenburg Feldlage besonders betroffen ist. Vor allem geht es um das Zusammenlegen und Sortieren von Flächen. © AZ-Archiv

Insgesamt 17 Wege und vier Stauanlagen sollen im Zuge des Bodenordnungsverfahrens Apenburg Feldlage ausgebaut oder erneuert werden. Das kündigte Dr. Wilfried Schröder vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark (ALFF) während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates des Fleckens Apenburg-Winterfeld am Dienstag, 21. Juni, in Recklingen an. Der Ausbau könnte nach Aussage von Schröder 2024 oder 2025 beginnen und bis zu zehn Jahre dauern.

Recklingen. Das Bodenordnungsverfahren Apenburg Feldlage war in den Gemarkungen Apenburg und Apenburg-Bandau auf Antrag von Grundeigentümern und mit Beschluss des ALFF vom 10. Juli 2013 angeordnet worden. Daraufhin habe es zahlreiche Widersprüche gegeben. Im Ergebnis der Widerspruchs- und Klageverfahren gegen die Anordnung seien Gebietskorrekturen erfolgt. Die erste Änderungsanordnung habe es am 13. Mai 2019, die zweite am 14. September 2021 gegeben, führte Schröder aus.

Nach der zweiten Änderung sei man nun wieder auf dem Stand von 2013, es gehe um eine Gesamtfläche von 1670 Hektar. Ein Wege- und Gewässerplan sei vom ALFF bereits aufgestellt worden. Demnach sollen 17 Wege ausgebaut und vier Stauanlagen erneuert werden. Hinzu kämen noch Ausgleichsmaßnahmen und der Neubau einer Brücke. Die Vermessung für das Bodenordnungsverfahren sei laut Schröder bereits beauftragt, die Mittel seien aber noch nicht freigegeben worden. „Der Haushalt war erst im Mai vom Land beschlossen worden“, erklärte er.

Die Gesamtkosten für alle Maßnahmen bezifferte Schröder auf rund fünf Millionen Euro. Und ergänzte noch: „Maximal 6,7 Millionen Euro könnten wir verbauen, dabei sind 20 Prozent Kostensteigerung schon eingerechnet.“ Über das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark wird das Bodenordnungsverfahren zu 90 Prozent gefördert.

230.000 Euro Kosten für die Gemeinde

Die Gemeinde Apenburg-Winterfeld wolle 50 Prozent der restlichen Kosten übernehmen, die andere Hälfte die Teilnehmer des Verfahrens. „230.000 Euro würden es für die Gemeinde sein. Das ALFF schlägt vor, dass die Gemeinde jährlich 25.000 bis 30.000 Euro in den Haushalt einstellt für das Bodenordnungsverfahren“, sagte Schröder. Der Plan dafür soll 2023 fertig sein, 2024 oder 2025 könnte der Ausbau beginnen, der neun bis zehn Jahre dauern würde.

Dr. Wilfried Schröder ging in seinen Ausführungen noch näher auf die Stauanlagen ein. Das ALFF habe 24 Anlagen betrachtet, davon müssten vier neu gebaut werden, was insgesamt 300.000 Euro kosten würde. Für die anderen 20 Stauanlagen sei lediglich eine Ertüchtigung notwendig. Zum Beispiel seien einige Bohlen auszutauschen, größere Kosten seien dabei allerdings nicht zu erwarten.

Schröder schlug ebenfalls vor, dass die Gemeinde Eigentümer der Staurechte werden könnte. Schon jetzt könne die Gemeinde den Unterhaltungsverband mit der Betreuung der Stauanlagen beauftragen. Der Verband dürfe nur kostendeckend, also nicht gewinnorientiert arbeiten.

„Es muss ein einheitliches Wasserregime her“

Ratsherr Peter Warlich, der auch Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft des Bodenordnungsverfahrens ist, sagte: „Für uns wäre es schon wichtig, diese Staue zu erwerben, gerade im Hinblick auf den Klimawandel und auf das Grundwasser. Es muss ein einheitliches Wasserregime her.“

Apenburg-Winterfelds Bürgermeisterin Ninett Schneider erklärte, es wäre gerecht, wenn die Unterhaltungskosten auf die einzelnen Anlieger verteilt würden.

Schließlich wies Schröder noch daraufhin hin, dass der Altmarkkreis Salzwedel eigentlich schon einige Stauanlagen hätte abreißen müssen, dazu gebe es eine Verfügung. „Es ist aber ganz gut, dass das noch nicht gemacht wurde, sonst können ja auch Flächen trocken fallen.“

Joachim Rieseberg, dem als Einwohner vom Gemeinderat ein Rederecht eingeräumt wurde, berichtete: „Ich bewirtschafte dort Flächen, der ganze Ort Apenburg profitiert von den Staurechten. Dem Thema sollte man höchste Beachtung schenken.“

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