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Verwunderung im Raum Kuhfelde: Wildschweine werden seltener

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Von: Kai Zuber

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Weidmänner erbeuteten im Waldgebiet Ferchau bei Kuhfelde inzwischen weniger Schwarzwild als üblich.
Weidmänner erbeuteten im Waldgebiet Ferchau bei Kuhfelde inzwischen weniger Schwarzwild als üblich. © Zuber

Was ist los mit den Schwarzkitteln? Wildschweine werden offenbar in einigen Gegenden der westlichen Altmark seltener. Weidmänner erbeuteten zum Beispiel im Waldgebiet um Ferchau bei Kuhfelde weniger Schwarzwild als üblich.

Kuhfelde – „Wir hatten bei unseren Drückjagden sonst immer 40 bis 50 Stücke Schwarzwild auf der Strecke liegen. Doch bei der jüngsten Jagd wurde nicht eine einzige Sau erbeutet, und auch sonst fallen derzeit vielerorts weniger Wildschweine bei den Jagden in der Umgegend“, wundert sich Förster und Waldpädagoge Ralf Knapp im AZ-Gespräch.

Was könnte also aktuell die Ursache des Rückgangs sein, etwas die höhere Wolfspopulation, die auch im Ferchau zu beobachten ist? Knapp: „Das ist eine mögliche, wenn auch nur unzureichende Begründung, denn Wölfe erbeuten im Rudel oder allein zumeist bevorzugt Frischlinge. Bei Überläufern, Keilern oder ausgewachsenen Bachen haben die Wölfe starke Gegenwehr zu befürchten, was sie für die Räuber zu keiner leichten Beute macht.“

Wilschwein
Die Gründe für den Rückgang der Wildschwein-Population sind vielfältig. Bezogen auf die Afrikanische Schweinepest hat die Verkleinerung des Bestandes allerdings sogar Vorteile. © Zuber

Andererseits ist auch die neue Nachtsicht-Optik der Jäger besser geworden, was auch die Einzeljagd auf Wildschweine effektiver werden lässt als zum Beispiel noch vor zehn Jahren. Mit modernen Wärmebild-Nachtsichtgeräten erkennen Jäger Wildschwein-Rotten bereits auf einer Entfernung von über 1000 Meter und können sich dann gegen den Wind erfolgreich bis auf Schussentfernung anpirschen. Doch der Rückzug der Schwarzkittel hat für den Förster auch Vorteile: „Eine recht niedrigere Wildschweinepopulation ist günstig, falls die Region von der drohenden Afrikanischen Schweinepest betroffen ist.“ Denn je weniger Wildschweine man habe, umso geringer sei natürlich auch die Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr durch die Seuche.

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