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Ideen gegen den Leerstand in Beetzendorf

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Von: Christian Reuter

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Häuser
Der ehemalige Kornspeicher (Mitte) in Beetzendorf steht seit vielen Jahren leer und verfällt zusehends, so wie viele andere Gebäude in der Gemeinde. Der Sozialausschuss befasste sich mit dem Thema und stellte Ideen vor. © Kai Zuber

Ruinen, die zusehends verfallen, Gebäude, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten ungenutzt vor sich hin gammeln. So wie viele andere Gemeinden in der Altmark hat auch Beetzendorf mit hohem Leerstand zu kämpfen. Mit der Frage, was man dagegen tun kann, beschäftigte sich der Sozial- und Kulturausschuss der Gemeinde während seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag, 7. April.

Beetzendorf. Zum Thema Leerstand informierte zuerst die Ausschussvorsitzende Christel Rosenbaum, allerdings aus dem aktuellem Anlass des Ukraine-Krieges: „Zur Unterbringung von Flüchtlingen wurden dem Kreis von unserer Gemeinde zwei Wohnungen gemeldet. Insgesamt stehen 40 Wohnungen leer.“

Wer Flüchtlingen mit Wohnraum helfen wolle, könne dazu auf der Internetseite des Kreises alles Nötige erfahren, Ansprechpartnerin sei Lisa-Marie Sacher. Wer Flüchtlinge aufnehme, könne dafür eine Unterstützung bekommen, teilte Mario Rosenbaum mit. „Man kann maximal 280 Euro erhalten, wenn man eine Person aufnimmt, als Zuschuss für entstehende Kosten.“ Und Christel Rosenbaum ergänzte, dass es in Beetzendorf eine Frau gebe, die Russisch und Ukrainisch spreche und ihre Hilfe als Übersetzerin angeboten habe.

Zurück zum Thema Leerstand, also den Gebäuden, die verfallen. Mario Rosenbaum sagte, er habe erfahren, dass es in der Verbandsgemeinde (VG) Arneburg-Goldbeck ein Leerstandsmanagement gebe. „Die Gemeinde ist bei allen Zwangsversteigerungen dabei und kauft dann die Flächen, damit nicht irgendwelche Investoren zuschlagen und die Objekte verrotten lassen.“ Die VG habe die Internetseite „Luxus der Leere“ angelegt. Dort gebe es 32 Objekte, davon zehn aus der Gemeinde, 16 seien bereits vermittelt, führte Mario Rosenbaum aus.

In der Gemeinde Beetzendorf gebe es auch mehrere Objekte, die leer stünden. Zum Beispiel in Mehrin, direkt an der B 248, gleich neben dem Dorfgemeinschaftshaus. Im Ort Beetzendorf gebe es eine ganze Reihe an leer stehenden Gebäuden. Rosenbaum nannte den Kornspeicher („da müssten Sicherungsmaßnahmen erfolgen“), den Bergfried und das Schloss 2 im Park, den Kohlehandel, den Bahnhof, das Eisenbahner-Klubhaus, das Kulturhaus. Ideen hat Mario Rosenbaum schon einige. So könnte aus dem Klubhaus der Eisenbahner seiner Ansicht nach einmal ein Jugendklub werden und aus dem Kulturhaus ein Kulturzentrum.

„Beetzendorf hatte mal eine Seele. Wenn wir alles abreißen, ist keine Seele mehr da. Es gibt eine Chance, das zu verhindern“, betonte Christel Rosenbaum.

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