Teilnehmer berichten von ihrem Freiwilligendienst im Ökodorf „Sieben Linden“ / Noch Bewerbungen möglich

„Ich habe viel gelernt – auch über mich“

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Das Ökodorf „Sieben Linden“ in Poppau setzt mit eigenem Gemüseanbau und regenerativer Energie auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Neben den festen Bewohnern leben Besucher und Seminargäste am Standort in der Altmark.

Poppau. Das Ökodorf „Sieben Linden“ im Beetzendorfer Ortsteil Poppau bietet eine Palette an verschiedenen Freiwilligendiensten an.

Sophie Willert ist die Freiwilligenkoordinatorin im Ökodorf „Sieben Linden“, indem sie seit zwölf Jahren wohnt. Sie weist auf die neuen Auswahlverfahren hin und hofft auf zahlreiche Bewerbungen.

„Bei uns hat man die Möglichkeit, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein European Voluntary Service (EVS) zu machen“, erklärt die zuständige Freiwilligenkoordinatorin Sophie Willert. Sie lebt bereits seit zwölf Jahren im Dorf. Auch bei ihr begann alles mit einem FÖJ.

Besonders schön findet Willert, dass der Kontakt zu den Ehemaligen nicht abreißt. „Im vergangenen Jahr haben wir unser 20-jähriges Bestehen gefeiert. Da waren ganz viele alte Weggefährten dabei. Viele von ihnen haben bereits selbst Gemeinschaftsprojekte gegründet“, erläutert Willert. Das Alter bei einem Freiwilligendienst ist übrigens nicht entscheidend. „Die jüngste Teilnehmerin war 16. Wir hatten aber auch schon jemanden im Rentenalter hier“, erinnert sich Willert. Ihrer Ansicht nach, lernen die Freiwilligen nicht nur durch die alltäglichen Aufgaben, sondern auch gerade durch das Umfeld viel für ihr ganzes Leben.

Die Französin Claire Deschamps hat mit ihrem Maltalent zahlreiche Wände verschönert, wie hier eindrucksvoll zu sehen ist.

Ihren Europäischen Freiwilligendienst hat Claire Deschamps bereits absolviert. Die 29-jährige Französin kommt aus Clamart, ein Vorort von Paris. Bevor sie in die Altmark kam, besuchte sie in ihrem Heimatland auch schon ein Ökodorf. Eine Person vor Ort wies sie auf „Sieben Linden“ hin. Ohne zuvor einmal in Poppau gewesen zu sein, wagte Claire das Abenteuer. Zwar habe sie Deutsch in der Schule gelernt und war mit 21 über ein Erasmus-Projekt ein Semester in Berlin, aber gerade zu Beginn sei die Sprachbarriere doch sehr groß gewesen, erzählt sie. Deshalb war es gut für die Französin, gleich im Gäste-Team mitzuarbeiten, wo sie viel Kontakt mit den Seminargästen hatte. Daneben hat sie die Möglichkeit der Entfaltung in aller Gänze genutzt. „Ich habe gerne im Garten und im Waldkindergarten gearbeitet. Viel Freude hat mir das Handwerk gemacht, da ich meine kreativen Ideen umsetzen konnte“, erzählt Claire, die in ihrer Zeit viele Räume mit ihrem Maltalent verschönert hat. „Ich habe hier viel gelernt– auch über mich selbst“, so das Fazit der 29-Jährigen, die im Moment kein konkretes Ziel hat und erst einmal weitere Zeit im Ökodorf verbringen möchte.

Hanna Thieme aus Brandenburg hat so viel Freude im Ökodorf, dass sie ihren Freiwilligendienst verlängert hat. 

Hanna Thieme ist noch mittendrin in ihrem FÖJ. Ihr hat es bisher so gut gefallen, dass sie bereits vorzeitig ihr FÖJ von zwölf auf 18 Monate verlängert hat. Die 19-Jährige kommt aus einem Ort in Brandenburg nahe Neuruppin. Nach ihrem Probearbeiten, entschied sie sich gleich für den altmärkischen Standort. Auch für sie war es zunächst ein hektischer Start in einem komplett neuen Umfeld. „Vieles war ungewohnt, aber auch dank der flexiblen Zeiteinteilung konnte ich vieles ausprobieren und meine eigenen Stärken viel besser kennenlernen“, meint Hanna. Im Dorf ist sie besonders fürs Holzhacken bekannt. „Das macht mir einfach richtig Spaß“, sagt Hanna lächelnd und blickt voller Freude auf die zweite Hälfte ihres Freiwilligendienstes.

Das Ökodorf „Sieben Linden“ hat bereits wieder neue FÖJ-Stellen offen, die ab 1. September beginnen. „Es liegt zwar schon etwas auf meinem Tisch, wir sind aber immer noch offen für neue Bewerbungen“, erklärt Willert. Sie weist darauf hin, dass das Auswahlverfahren schon im April beginnt. Mehr Infos über das Ökodorf gibt es online auf www.siebenlinden.org.

Von Stefan Wasinski

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