Eierback und Kindertanz: Beim Faslom-Umzug herrschte närrisches Treiben / Uralter Wurstspieß kam zum Einsatz

Hutpflicht und Maut in Gladdenstedt

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Die Gladdenstedter wollten am Sonnabend einmal ganz besonders ihre Damen loben, die in der Küche wirbeln, den Eierback anrichten und die Wurstbrote schmieren.

Gladdenstedt. Hutpflicht und Straßenmaut in Gladdenstedt – das hat seit Jahren närrische Faslom-Tradition. Jeden dritten Sonnabend im Februar steigt in Gladdenstedt die super Sause im Dorfgemeinschaftshaus und auf den anliegenden Straßen.

Eierback und Kindertanz gab es nach dem Faslom-Umzug im Gemeinschaftshaus. Hier herrschte närrisches Treiben.

Spaß beim Kindertanz mit Animation: Der Nachmittag gehörte im Dorfgemeinschaftshaus den kleinen Narren.

„Unser uralter Wurstspieß kam wieder zum Einsatz. Weil dessen Holz seit Jahrzehnten mit Wurstfett getränkt ist, geht hier auch kein Wurm rein“, lachte Faslom-Urgestein Heinrich Herms. Kiepenträger Stephan Harms war in ausgelassener Stimmung: „Ich bin die coolste Sau der Stadt“, sagte der Bratwurst-Schnorrer der AZ. Auch ein prominentes Maut-Opfer gab es in Gladdenstedt. „Ich fuhr denen natürlich genau in die Arme und musste blechen“, lacht Jübars Bürgermeister Carsten Borchert.

In ganz Gladdenstedt war am Sonnabend Ausnahmezustand. Am Vormittag ging das bunte Treiben am und im Dorfgemeinschaftshaus los. Übrigens: Den Gladdenstedter Faslom gibt es mindestens schon seit dem Jahr 1883. „Seit 1968 haben wir das ganze Treiben in unserer Chronik niedergeschrieben“, berichtet Heinrich Herms. Strenge Regeln gelten: Wer zu spät kommt oder keinen Hut auf hat, wird zur Kasse gebeten. Auch zu DDR-Zeiten beteiligten sich im ehemaligen Grenzgebiet an der schönen Tradition regelmäßig die Gladdenstedter Einwohner.

Mitorganisator Ottfried Beier (vorn, Mitte) gibt als Frontmann mit seiner Glocke den Ton an. Die Wurstgaffel ist seit 1883 im Besitz der Gladdenstedter. Früher war sie mal ein Erntegerät.

Mitorganisator Ottfried Beier gibt als Frontmann mit seiner Glocke den Ton an. Die „Kapelle ohne Namen“ musiziert dazu im Takt. Beim eigentlichen Umzug ging es nach Schnorrer-Art von Haus zu Haus. Wer im Haushalt seitens der edlen Spender eine Wurst hatte, wurde besonders bejubelt. Mit dem Holzspieß wurden alle Schlachter-Leckereien samt den Eiern in die Küche transportiert. „Wir wollen heute einmal ganz besonders unsere Frauen loben, die in der Küche wirbeln, den Eierback herrichten und die Wurstbrote schmieren“, betonte Ottfried Beier.

Die Fastnachtsgesetze bestimmen, wer wann wieviel trinkt, dass Hutpflicht gilt, ein Schlips zu tragen ist, ein Ausweis mitgeführt werden muss und Pünktlichkeit oberste Tugend ist. Die Wurstgaffel ist seit dem Jahre 1883 im Besitz der Gladdenstedter. Früher war sie mal ein Erntegerät.

Von Kai Zuber

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