Jubiläum soll mit Kuhfeldes Gemeindefest gefeiert werden

Hohenlangenbecks Alter ungewiss

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Die Hohenlangenbecker Kirche gehört zum Kern des Orts, der 1112 als Langenbesci erstmals erwähnt worden sein soll.

Hohenlangenbeck / Kuhfelde. In diesem Jahr feiert der Kuhfelder Ortsteil Hohenlangenbeck ein rundes Jubiläum. Zwar erwähnte Bürgermeister Frank Leskien einen 850.

Geburtstag, doch mittlerweile deutet vieles auf ein 900-jähriges Bestehen des Ortes mit einer nachweisbaren Gründung im Jahr 1112 hin.

Pfarrer Matthias Friske half zuerst bei den Recherchen der AZ und vermittelte den Kontakt zu Salzwedels Stadtarchivar Steffen Langusch sowie zu Ulrich Kalmbach vom Danneil-Museum. „Bei so frühen Erwähnungen ist die Urkundenlage überschaubar“, meinte Lan-gusch. Und weiter: Das Jahr 1112 bedeute in der westlichen Altmark meist, dass der Ort in der zweiten Urkunde für das Augustiner-Chorherrenstift St. Pankratius in Hamersleben erwähnt wird.

Und tatsächlich werde dort neben zahlreichen anderen Namen ein Ort Langenbesci erwähnt, aus dem das Stift fünf Hufen geschenkt bekommen hat. „Ob es sich dabei um Hohenlangenbeck oder um Siedenlangenbeck handelt, dürfte eine Interpretationsfrage sein“, so Langusch.

Walter Zöllner, der sich in seinem Buch mit „Urkunden und Besitzaufzeichnungen des Stifts Hamersleben“ beschäftigt hat, ließ laut dem Stadtarchivar diese Frage bewusst offen und schrieb im Ortsregister „Langnenbike, Langebeche, Langebiche, Langenbesci: Hohen- oder Siedenlangenbeck südwestlich von Salzwedel“.

Dieser Ort wird in zwei Urkunden (1112 und 1178) und in einem Urbar des Stifts in Hamersleben erwähnt. „Also ja, man kann vermutlich auch in Hohen- und Siedenlangenbeck diese Erwähnung von 1112 als Grundlage für eine 900-Jahrfeier in diesem Jahr nutzen. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass die genaue Identifizierung von Ortsnamen in so frühen Urkunden immer ein wenig zweifelhaft bleibt“, betonte Steffen Langusch. Diesen Aussagen schloss sich Ulrich Kalmbach nach Sichtung im Archiv des Danneil-Museums im Wesentlichen an.

Ernsthaft in alten Archiven hat ebenfalls Petra Schäfer vom Förderverein der Dorfkirche Hohenlangenbeck nachgeforscht. Auch ihrer Meinung nach wurde der heutige Kuhfelder Ortsteil 1112 erstmals als Langenbeke und 1375 als Wendisch-Langenbeke erwähnt.

„Zu dieser Zeit wurde er nur noch von wenigen Wenden bewohnt und war ansonsten ganz wüst und gehörte zudem dem Kloster Dambeck. Die Bauart des Dorfes ist rund, und in der Feldmark finden sich wendische Flurnamen.“

Wie dem auch sei: In diesem Jahr soll das runde Jubiläum in Zusammenhang mit dem zweiten Kuhfelder Gemeindefest gefeiert werden. Auch die Chronik soll bei dieser Gelegenheit noch einmal auf den aktuellen Wissensstand gebracht werden.

„Die Gemeinde wird ein paar Vorschläge machen, aber insgesamt sind erst einmal die Bürger gefragt. Wir sammeln dann zunächst alle Ideen, anschließend werden wir uns gemeinsam mit den Vereinen auf einen Termin für das Gemeindefest einigen“, sagte Bürgermeister Frank Leskien der Altmark-Zeitung auf Anfrage. „Vielleicht feiern wir im September“, so der Kuhfelder Ortschef.

Von Kai Zuber

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